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  • Daniela

Tunesien im Wohnmobil - Alles rund um die Reiseplanung, Einreisebestimmungen und Kosten

Lange haben wir überlegt wo wir den Winter in unserem VW LT 28 verbringen wollen, bis die Entscheidung auf Tunesien fiel. Die Kombination aus Wüste, Meer und Bergen aber auch aus Tradition und Moderne machen Tunesien zu einem spannenden Reiseziel. Wie die meisten Länder außerhalb Europas gibt es auch für Tunesien das ein oder andere zu beachten und bevor wir all unsere Highlights des Landes mit dir teilen, findest du in diesem Beitrag erstmal alle Infos rund um die Planung, alles zur Einreise, das Reisen mit Hund und auch unsere Kosten.


Frau mit Campervan in den Bergen bei Sened

Anreise mit der Fähre

Wir entschieden uns für die 28 stündige Überfahrt ab Civitavecchia in Italien, für diese Route haben wir 600 Euro (inkl. Rückfahrt) gezahlt und haben direkt beim Anbieter GNV gebucht. Im Preis inbegriffen war die Kabine mit Hund und auch das Fahrzeug. Es lohnt sich definitiv verschiedene Seiten zu vergleichen, beispielsweise über die Plattform Direct Ferries. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass es direkt beim Anbieter meist etwas günstiger ist. Es gibt auch weitere Routen ab Genua, Palermo und auch ab Frankreich, Ankunft ist aber für alle der Hafen La Goulette in Tunis. Die Überfahrt war diesmal eine ziemlich schaukelige Angelegenheit und wie auch das Jahr zuvor war der Hundebereich ziemlich klein und unhygienisch aber unsere Hündin ist was das angeht zum Glück recht unkompliziert und so haben wir die 28 Stunden ganz gut rumgebracht.


Tunesiens Ein- und Ausreise

Das Verschiffen eines Fahrzeugs kann je nach Reiseziel ziemlich nervig und zeitaufwendig sein, die Erfahrung haben wir auch direkt bei Ankunft in Tunis am Hafen gemacht. Zuvor haben wir mehrfach gelesen, dass die Ausreise kompliziert sein soll, wir hatten jedoch gleich zu Beginn das Vergnügen. In unserem Fall gab es nicht bereits auf der Fähre den Einreisezettel auf dem allgemeine Infos wie Passdaten, Aufenthaltsdauer & Co. eingetragen werden müssen. Wir bekamen diesen erst am Hafen, hatten hier natürlich kein Internet und der Zettel war komplett auf Arabisch. Zuerst geht es aber nach der Ankunft in Tunis zur Passkontrolle, was zwar auch extrem lange gedauert hat aber dafür sehr unkompliziert war. Hier werden Pässe kontrolliert und abgestempelt. Deutsche Staatsangehörige die mit Fahrzeug einreisen, können mit gültigem Reisepass (dieser muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein) insgesamt drei Monate im Land bleiben (ohne Fahrzeug sind es vier Monate ohne Visum). Anschließend geht es zu einer riesen Anlage die das Fahrzeug röntgt, danach weiter zum Zoll wo das Chaos seinen Lauf nahm. Hier bekamen wir zum einen den Einreisezettel und einen Weiteren auf den wir unter anderem den kompletten Inhalt unseres Campers eintragen sollten (dies konnten wir erst nach mehrmaligem Fragen anderer Reisender rausfinden, da die Beamten alle kein Wort Englisch sprachen). Und nachdem um uns rum ALLE den kompletten Inhalt ihrer Fahrzeuge ausräumten, haben wir das auch gemacht (also nicht den gesamten Van aber Kofferraum und alles was wir relativ einfach ausladen konnten). Nach mehr als 2 Stunden kamen Beamte und nach kurzer Diskussion haben sie uns den Zettel unterschrieben und liesen uns weiterfahren. Als nächstes muss man zu verschiedenen Zollhäuschen, bei denen das Fahrzeug dann im Reisepass vermerkt wird. Zu guter Letzt muss man noch an einem Zoll- und Polizeibeamtem vorbei, die einen Teil der Formulare bekommen und dann hat man es endlich geschafft. Um 3 Uhr nachts und mehrere Stunden später konnte unser Tunesien Abenteuer also endlich starten. Für unsere Hündin Maja hat sich während dem ganzen Prozess übrigens niemand interessiert.


Die Ausreise hingegen war bei uns relativ entspannt wenn auch langwierig. Eines kurz noch vorweg: Auch bei der Rückreise mussten wir keinerlei Dokumente unserer Hündin zeigen und ebenfalls nicht bei der Einreise nach Italien. Am Fährhafen La Goulette angekommen geht es zuerst zum Schalter an dem der Check-In stattfindet, dieser öffnet bereits 8 Stunden vor Abfahrt und schließt auch schon wieder nach wenigen Stunden, man muss also sehr früh da sein. Dann fährt man ein Stück weiter vor die Hafentore wo man mehrere Stunden warten muss, bis das eigentliche Ausreiseprozedere beginnt. Währenddessen kamen mehrmals Männer an den Van, die uns Ausreiseformulare brachten und uns auch direkt beim Ausfüllen halfen (dafür wollten sie natürlich auch ein bisschen Kleingeld). Als die Tore geöffnet wurden ging es als Erstes durch die Röntgenanlage, dann kam die Passkontrolle bei der die Reisepässe ausgestempelt werden und dann zum Abschluss der Zoll. Die letzte Station war diesmal aber super entspannt, es wurde nur kurz ins Auto geschaut und die Papiere abgestempelt. Bis wir aber letztendlich auf der Fähre waren wurden wir insgesamt 6 mal durchleuchtet, das letzte Mal sogar als wir bereits auf dem Schiff standen. Wirklich vorsichtig waren die Beamten dabei nicht (es hat sie auch nicht wirklich interessiert das wir einen Hund dabei haben) und entsprechend wurden die Türen einfach aufgerissen. Um 23:59 Uhr sollte die Fähre ablegen, wir sind um 1:30 hundemüde ins Bett gefallen und wissen gar nicht wie viel später wir letztendlich abgelegt haben.


KFZ-Versicherung für Camper und Wohnmobile

Wie bereits zuvor erwähnt, braucht man für Tunesien eine gültige KFZ-Versicherung. Es empfiehlt sich vor der Anreise zu prüfen, ob deine Kfz-Versicherung Tunesien abdeckt. Das Land "TU" oder "TN" darf auf der Versicherungskarte nicht durchgestrichen sein. Bei uns war dies leider nicht der Fall und wir mussten direkt am Hafen entsprechend eine Versicherung für drei Monate abschließen. Uns ist nicht bekannt, dass man dies auch schon im Voraus machen kann. Gekostet hat uns die Versicherung insgesamt umgerechnet 95 Euro, der Betrag konnte nur in bar gezahlt werden.


Internet / SIM-Karte in Tunesien

Bei einem längeren Aufenthalt in Tunesien empfiehlt sich auf jeden Fall eine tunesische SIM Karte, zumal öffentliches WLAN (selbst auf Campingplätzen) recht mau ist. Wir entschieden uns für den Anbieter Ooredoo, alternativ gibt es noch Orange. So weit wir wissen, sind die Preise für beide relativ ähnlich. Die SIM Karten bekommt man wirklich fast überall, selbst in den kleinsten Dörfern. Aufladen kann man ganz unkompliziert über die passende App, hier gibt es oft auch bessere Angebote als in den Shops und wir haben monatlich umgerechnet 19 Euro für 100 GB gezahlt. Der Empfang war mit Ooredoo überall top, mit Ausnahme weniger Stellplätze.


Tunesiens Straßenverhältnisse & Mautgebühren

Unsere erste Begegnung auf der Autobahn in Tunesien war nachts ein Fahrradfahrer ohne Licht auf der Gegenfahrbahn, da war uns schon klar was uns in den nächsten Monaten erwarten würde. Im großen und ganzen sind die Straßenverhältnisse in Tunesien gut, es gibt einige sehr gute Autobahnen, bei denen man für manche Teilstrecken Maut zahlt (wird an kleinen Häuschen direkt an den Autobahnen gezahlt und es handelt sich meist um Beträge unter 1 Euro). Aber auch auf diesen Strecken muss man wie gesagt mit Fußgängern, Eseln & Co. rechnen. Die Orte untereinander sind meist mit guten Hauptverkehrsstraßen verbunden und dann gibt es natürlich auch jede Menge kleiner Gässchen mit Schotterpisten. Die Einheimischen nehmen meist kaum Rücksicht und man muss vor allem in den Städten wirklich sehr aufmerksam sein. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass bei starkem Regen viele der Straßen in den Bergen und in Meernähe (zumindest für uns) unpassierbar waren. Es empfiehlt sich also immer das Wetter zu checken, wir sprechen aus Erfahrung und saßen einmal für drei Tage in den Bergen fest.


Wildcampen & Freistehen in Tunesien

Im Vergleich zu Spanien oder Marokko ist Tunesien was Camping angeht noch ein ziemlicher Geheimtipp. Aus diesem Grund gibt es auch nur wenige Campingplätze und diese befinden sich vor allem in der Nähe der Wüste bei Douz. Am Meer gibt es so weit wir wissen gar keine, wenn dann kann man höchstens bei Hotels oder Restaurants auf Parkplätzen übernachten. Wildcampen bzw. Freistehen ist wie in fast allen Ländern auch in Tunesien zwar offiziell verboten, wird aber eigentlich überall toleriert. In einigen Gegenden, wie beispielsweise nähe der algerischen Grenze, ist es nicht ungewöhnlich, dass nachts die Polizei vorbeischaut und Ausweise kontrolliert. Ist zwar unangenehm wenn es mitten in der Nacht am Wohnmobil klopft aber gibt einem trotzdem auch ein Gefühl von Sicherheit (wobei wir uns eigentlich nie unsicher gefühlt haben). Was in Tunesien an den Stellplätzen absolut positiv war: Es kamen nie Einheimische und wollten uns was aufdrängen oder uns anquatschen. Also auch wenn immer irgendjemand in der Nähe ist wurde uns zwar meist nett gewunken, das war es dann aber auch. Auf Park4Night und iOverlander sind verhältnismäßig wenige Stellplätze eingetragen und wir haben oft einfach auf eigene Faust gesucht, was auch ganz gut geklappt hat. In den bekannteren Orten wird man über die Apps aber immer fündig.


Tunesien mit Hund

Für die Einreise nach Tunesien wird offiziell ein Heimtierausweis mit aktueller Tollwutimpfung und ein Gesundheitszeugnis benötigt. In der Praxis wurde bei uns aber wie bereits erwähnt nichts verlangt. Für die Ausreise, also Rückreise in die EU, sollte man aber auf jeden Fall zusätzlich die Titer-Bestimmung vorzeigen können und im Idealfall auch wieder ein aktuelles Gesundheitszeugnis. Um ganz sicher zu gehen kannst du dich auch auf der Seite vom Auswertigen Amt informieren oder auch, was beispielsweise Mittelmeerkrankheiten angeht, bei deinem Tierarzt. Wir haben Maja vor der Reise eine Nexgard-Tablette verabreicht um sie vor Flöhen & Co der Streuner zu schützen, haben sonst aber keinerlei Vorkehrungen getroffen.


Wenn man mit eigenem Hund in Länder reist, die viele Streuner haben, kann es hin und wieder zu unangenehmen Situationen kommen. In den abgelegenen Gegenden gab es meist kaum Straßenhunde aufgrund von fehlendem Futter, an Stränden und in den Städten waren aber oft riesige Rudel unterwegs und unsere Hündin wurde leider mehr als einmal angegriffen, einmal wurde Patrick sogar gebissen. Für uns war das Thema tatsächlich ziemlich belastend weil wir am liebsten allen Hunden helfen wollten, gleichzeitig aber auch unsere Maus schützen mussten. Wir hatten bisher noch nie so viele negative Erfahrungen wie in Tunesien was Straßenhunde angeht, würden aber sagen, es lohnt sich trotzdem den oder die eigenen Vierbeiner mitzunehmen, man muss eben einfach aufmerksam sein oder diese Gegenden meiden. Ansonsten wurde uns vorab geraten Hunde niemals frei zu lassen, weil oft Giftköder ausgelegt werden und es auch in regelmäßigen Abständen Schießkommandos der Regierung gibt, die alle Hunde (ob mit oder ohne Halsband) erschießen. Dies war tatsächlich am Ende unserer Reise der Fall, ein wirklich grauenhaftes Szenario und einfach unvorstellbar wie schrecklich und herzlos Menschen sein können. Somit haben wir sie immer nur in Gegenden abgeleint, wo wir uns absolut sicher waren.


Tierleid, Armut & Müll in Tunesien

Uns war bereits vor der Einreise klar, dass die oben genannten Themen auch in Tunesien wieder präsent sein werden hierfür einfach kein Bewusstsein da ist und schon nach wenigen Tagen fanden wir einen kleinen Welpen im Müll. Wir konnten zum Glück relativ schnell mit Hilfe einer Tierschutzorganisation ein vorübergehendes und sicheres zu Hause für den Wurm finden, wo er erstmal aufgepeppelt wurde und hoffentlich bald auch ein dauerhaftes zu Hause in Deutschland findet. Während der gesamten Reise haben wir insgesamt sehr viel Tierleid in Form von Straßenhunden- und katzen erlebt, die teilweise in schlimmen Zuständen waren. Man sieht außerdem überall Hühner mit feuerroten Hintern, die in viel zu engen Käfigen eingesperrt sind, Zuchthunde an engen Ketten, Kamelreiten oder abgemagerte Ziegen die direkt vor der Metzgerei auf ihren Tot warteten. Du merkst sicher schon, das Thema ist wirklich nur sehr schwer zu ertragen.


Und ja, Müll gab es auch so weit das Auge reicht, man kann es kaum in Worte fassen und so extrem wie in Tunesien fanden wir es selten und haben nach all den Müllkippen die wir gesehen haben beschlossen, dass für uns in den nächsten Monaten ein Land wie dieses erstmal nicht in Frage kommt. Umweltbewusstsein entwickelt sich in Tunesien leider nur extrem langsam, tatsächlich werden nur 4% des anfallenden Mülls recycelt. Und auch die Armut im Land haben wir als sehr schlimm empfunden, diese liegt bei über 24% und etwa jeder vierte Tunesier lebt in Armut. Entsprechend sieht man vor allem in den Dörfern viele Kinder die betteln (wir empfanden sie auch oft als sehr frech und wurden einmal sogar mit Steinen beworfen) und auch in den Städten leben sehr viele Bettler, die selbst bei kalten Temperaturen draußen auf der Straße schlafen müssen.


Geld & Währung

Die Währung in Tunesien ist der tunesische Dinar (TND). 1€ = 3,37 TND (Stand: 1/24) Wir haben direkt in Tunis am Fährhafen Geld gewechselt, ansonsten sind im ganzen Land Bankautomaten zu finden, an denen Dinar abgehoben werden kann. In den meisten Supermärkten wird Kartenzahlung zwar akzeptiert, wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass unsere Karten oft abgelehnt wurden. An Tankstellen empfiehlt sich auch immer Bargeld dabei zu haben, da nur wenige Kartenlesegeräte haben.


Unsere Reisekosten für 3 Monate Tunesien

Tunesien war für uns rückblickend betrachtet im Vergleich zu allen anderen Ländern in denen wir bisher waren das günstigste Reiseland. Das liegt vor allem daran, dass wir uns für das kleine Land extrem viel Zeit genommen haben und aufgrund der relativ kurzen Strecken entsprechend wenig Sprit gebraucht haben. Noch dazu hat uns eine Tankfüllung umgerechnet in etwa nur 35 Euro gekostet. Nachdem es selbst in gut ausgestatteten Supermärkten kaum vegane Alternativen gab (die oft sehr teuer sind), waren auch die Kosten für Lebensmittel relativ gering, Obst und Gemüse haben wir meist an Ständen bzw. auf dem Markt gekauft. Bei den Kosten handelt es sich um die Gesamtkosten für zwei Personen, somit haben wir pro Person durchschnittlich etwa 270 Euro im Monat gebraucht. Die Kosten für die Fähre sind hier nicht inbegriffen aber weiter oben aufgeführt, da diese je nach Reisezeit und Anbieter sehr unterschiedlich sein können.

Campingplätze, & Stellplätze


237 Euro

Tanken


377 Euro

Einkaufen


582 Euro

Essen & Café


163 Euro

Sonstiges

Internet, Maut, KFZ-Versicherung, Parken, Wäsche waschen, Werkstatt

250 Euro

Gesamt


1.609 Euro

Na, hast du Lust auf einen Roadtrip durch Tunesien bekommen oder vielleicht sogar schon die Fähre gebucht? Dann findest du hier in Kürze all unsere Highlights inkl. Stellplätze und der gesamten Route für 3 Monate mit Campervan.




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