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  • Daniela

Mit dem Wohnmobil Überwintern in Tunesien - Unsere Highlights für die perfekte Rundreise

Hast du schon unseren Beitrag zu Tunesien gesehen, in dem wir unter anderem alle Infos rund um die Einreise, Wildcampen und unsere Kosten für 3 Monate geteilt haben? Dann erfährst du jetzt hier unsere Highlights inkl. der Route und vielen tollen Stellplätzen für einen Roadtrip durch Tunesien mit dem Wohnmobil. Am Ende teilen wir auch ein ganz ehrliches Fazit zu dieser Reise.



Unsere Route durch Tunesien

Wir haben versucht so gut es geht unsere Route mit allen Spots der dreimonatigen Rundreise durch Tunesien aufzuführen, haben uns aber weitestgehend auf unsere Highlights konzentriert von denen wir der Meinung sind, die musst du gesehen haben. Es ist nämlich einfach unmöglich alle Orte zu erwähnen, die wir in den drei Monaten besucht haben. Nachdem Tunesien ein relativ kleines Land ist, lässt sich die Route relativ gut flexibel planen. Wir hatten direkt in der ersten Woche Besuch und sind deshalb bereits zu Beginn einige der Highlights abgefahren, an denen wir im Nachhinein betrachtet gerne etwas mehr Zeit verbracht hätten.


Die Strände von Nabeul

Etwa eine Stunde südlich von Tunis liegt das Küstenstädtchen Nabeul. Von der Stadt selbst haben wir nicht wirklich viel mitbekommen aber die Strände dort sind wunderschön und vor allem super zum Freistehen und somit toll als Einstieg eines Tunesien Roadtrips geeignet. Am Strand Sidi Mahrsi gibt es einen großen Schotterplatz an dem tagsüber viele Einheimische stehen, nachts meist nur ein paar Fischer und ansonsten standen wir hier komplett alleine und konnten ganz in Ruhe unseren ersten Tag in Tunesien genießen und unsere weitere Route planen. Tatsächlich lag hier verhältnismäßig wenig Müll und das Meer war unglaublich sauber und wir konnten hier Anfang November herrlich schön Baden gehen.



Fährt man von Nabeul aus etwa 45 Minuten in Richtung Landesinneres kommt man zum Lksar, einem riesen Grundstück auf dem ein Deutscher und seine tunesische Frau eine wunderschöne Oase im Hundertwasser Stil geschaffen haben. Man kann sich hier entweder in eine der drei Ferienhäuser einmieten oder aber mit dem Camper dort stehen, hat Zugang zu eigenen Toiletten & Duschen und einem schönen Aufenthaltsraum mit Feuerstelle. Die ganze Anlage ist mit ganz viel Liebe zum Detail hergerichtet, verlangt wird fürs Campen nur eine kleine Spende. Die Besitzer sind unglaublich nett, was wir nur etwas fragwürdig fanden war, dass hier auch zwei Affen gehalten werden, von dem einem die Zähne gezogen wurden weil er zu aggressiv ist. Auf Rückfrage wie man denn in Tunesien zu einem Affen kommt bekamen wir nur die Antwort: Jeder Affe braucht einen Affen und das man in Tunesien so ziemlich jedes Tier bekommen kann.



Die Bergregion von Sened

Um in die Wüstengegend zu kommen hat man verschiedene Routen zur Auswahl, wir entschieden uns für die Strecke durch die Berge, was sich als goldrichtig rausstellte. Die Region mitten im Herzen Tunesiens ist nämlich wirklich wunderschön. Bis zum Örtchen Sened sind wir über eine gut asphaltierte Hauptstraße gefahren, von hier geht es einmal links ab in Richtung Berge, die man bereits von Weitem sieht. Auf der gesamten Bergstraße gibt es im Parc National de Bouhedma unfassbar tolle Orte zum Übernachten, man hat fast überall wunderschöne Panoramaausblicke und meist ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Oben am höchsten Punkt angekommen geht es über eine Serpentinenstraße wieder zurück nach unten. Biegt man unten im Tal im Dorf Sanket links ab und fährt in Richtung Gorge de Oued Hayfa, kommt man nach einer kurzen Schotterpiste an der Khanget Maala Schlucht raus. Der Canyon ist zwar nur ein paar Hundert Meter lang, war für uns aber eine ziemliche Abenteuerfahrt, da dieser an der engsten Stelle nicht viel breiter als 2,20 m ist. Wir haben wirklich grade so durchgepasst und die Ausblicke nach der Schlucht sind wieder spektakulär. Anschließend geht es über den Parc National de Jebel Orbata auf die reguläre Straße nach Gafsa und Tozeur. Die Strecke war für uns ein absolutes Highlight der gesamten Reise.



Star Wars Drehorte rund um Tozeur und Nefta

Angekommen in Tozeur haben wir uns erstmal für zwei Nächte auf dem Campingplatz "Centre Loisir Niffer" mitten im Palmenhain einquartiert um anschließend einige der bekannten Star Wars Drehorte zu besichtigen. Wir würden uns zwar nicht wirklich als große Fans bezeichnen, fanden die Orte aber trotzdem sehr beeindruckend.



Lars Homestead

Lars Homestead befindet sich etwa 10 km westlich von Nefta, man biegt bei einem ehemaligen Restaurant, nach dem Grenzstein Km 24, nach links auf den Salzsee und fährt dann bei der ersten Möglichkeit rechts und anschließend immer geradeaus bis zur kleinen, weißen Kuppel. Bei Regen würden wir den Weg meiden, da der Salzsee dann schnell schlammig werden kann. Das kleine Kuppelhaus war Kulisse für den Wohnort von Luke Skywalker und der Eintritt ist kostenlos. Wir waren etwas erstaunt, weil hier weit und breit kein Mensch zu sehen war aber das liegt vermutlich daran, dass der Ort schon ziemlich ab vom Schuss liegt.


VW LT 28 vor der Kulisse von Star Wars in der Wüste Tunesiens

Mos Espa

Der wohl meist besuchte, noch erhaltene Star Wars Drehort ist Mos Espa. Der Ort war Kulisse für die Weltraumstadt Mos Espa und diente als Arbeits- und Wohnort von Anakin Skywalker. Die beeindruckenden Kuppelbauten wurden erst vor wenigen Jahren restauriert und entsprechend waren hier auch einige Touristen unterwegs, der Eintritt ist aber auch hier kostenlos.



Ong Jamal

Unser Highlight war die Landschaft rund um den Felsen Ong Jamal. Auch hier wurden Episoden aus Star Wars gedreht, wir fanden hier einen unserer schönsten Schlafplätze der gesamten Reise. Morgens und zum Sonnenuntergang kamen einige Quadtouren vorbei und ansonsten hatten wir dieses magische Plätzchen ganz für uns alleine. Die Anfahrt war nicht ganz ohne, ist aber trotzdem für alle Arten von Fahzeugen machbar.



Pista Rommel

Mehr oder weniger durch Zufall fanden wir auf dem Rommelpass einen der schönsten Stellplätze unserer gesamten Tunesien Reise (glaube das habe ich jetzt bereits mehrmals geschrieben). Man könnte meinen, dass der Rommelpass, der im Westen Tunesiens gar nicht weit entfernt der algerischen Grenze liegt, etwas mit dem Wüstenfuchs Erwin Rommel zu tun hat aber nach einiger Recherche konnten wir rausfinden, dass die Piste nicht im 2. Weltkrieg sondern um 1956 durch das französische Militär gebaut wurde. Die Rundstrecke beginnt und endet in dem kleinen Ort Al-Rudayyif. Der erste Teil ist ein gut ausgebauter Serpentinenweg, der leicht mit allen Arten von Fahrzeugen befahrbar ist. Der eigentliche Rommelpass besteht aus Schotterwegen und Betonabschnitten, hier sind wir nur ein kurzes Stück weit gekommen weil es zuvor geregnet hatte und es entsprechend ziemlich matschig war. Die Aussichten runter ins Tal sind wirklich atemberaubend und man findet über park4night auch traumhafte Stellplätze die direkt am Serpentinenweg abgehen. Auch hier muss man aber beim Abfahren auf matschige Abschnitte achten, wir saßen nämlich 3 Tage fest weil es regnete während wir auf dem Stellplatz standen. Es gibt aber definitiv schlimmere Orte um Festzustecken.



Oasis de Chebika

Die Bergoase Chebika liegt etwa eine Stunde nordwestlich von Tozeur, gar nicht weit entfernt von der Grenze zu Algerien und gilt als eine der schönsten Oasen Tunesien. Das Highlight ist zurecht der türkisfarbene Tamerza-Wasserfall, ohne die Verkaufsstände die sich rund um diesen tummeln wäre das Plätzchen aber vermutlich um einiges schöner. Viele drehen hier direkt wieder um, wenn man aber etwas weiter in die Oase reinläuft kommt man vorbei an kleinen Flüssen mit kristallklarem Wasser, riesigen Palmenhainen und einfach atemberaubend schöner Natur. Wenn du in der Nähe bist, würden wir einen Abstecher in jedem Fall empfehlen.



Chott el Djerid

Der riesige Salzsee Chott el Djerid trennt ganz grob Nord- & Südtunesien und ist mit 7.500 Quadratkilometern ca. 14 mal so groß wie der Bodensee. In den 1980ern wurde eine Straße über den Damm gebaut und von hier blickt man in alle Richtungen über die unendliche Weite des Salzsees. Etwa 10 Minuten zu Fuß vom Damm steht ein verlassener, alter Bus aus den 1970er Jahren, der wohl für irgendwelche Dreharbeiten hier geparkt und nie mehr entfernt wurde. Je nach Wetterlage kann man auch direkt bis dorthin fahren, einen kurzen Fotostopp würden wir auf jeden Fall empfehlen. Den genauen Standort findet man über Google Maps, man sieht den Bus aber auch von der Straße aus.




Frau sitzt in den Heißen Quellen von Zaouiet Anes

Ein weiteres Highlight gar nicht weit vom Chott el Djerid sind die heißen Quellen Zaouiet Anes Hot Springs. Man kommt dort eigentlich fast automatisch vorbei wenn man in Richtung Wüste fährt und sieht den Turm auch schon von Weitem. Das kochend heiße Wasser wird hier nämlich über einen riesen Wasserturm nach oben gepumpt, kühlt dann durch den Fall nach unten ab und wird von hier in die verschiedenen Becken geleitet in denen man dann Baden kann. Wir haben noch nie zuvor ein solches Konstrukt gesehen und die Quellen gehören für uns definitiv zu den Top 3. Und überhaupt sind heiße Quellen vermutlich für alle Vanlifer immer wieder ein absolutes Highlight. Was leider nicht so toll war: Die Einheimischen packen hier mit einer Selbstverständlichkeit ihr Duschgeld aus, seifen sich in den Quellen ein, putzen teilweise ihre Zähne im Wasser und waschen anschließend noch Socken und Unterhosen aus.


Douz - Das Tor zur Wüste

Das Städtchen Douz unterhalb des Salzsee’s wird auch "Tor zur Wüste“ genannt, da hier der Ausgangsort für jegliche Ausflüge in die Wüste ist und die Dünen der Grand Erg Oriental, der größten Düne Tunesiens nur einen Katzensprung entfernt sind. In Douz gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, einen kleinen Souk, Campingplätze und außerdem viele Touranbieter für jegliche Aktivitäten in der Wüste. Bevor es für uns ein kleines Stück in die Wüste ging, haben wir es uns erstmal mehrere Tage im Desert Camp Douz gut gehen lassen. Das ist DER Campingplatz vor der Wüste und hier legt vermutlich so ziemlich jeder vor oder nach der Wüstentour einen Stopp ein. Für knapp 9 Euro bekommt man hier eine gute heiße Dusche, morgens Baguette an den Bus gebracht, man kann auch günstig Wäsche waschen und steht zudem ganz idyllisch unter Palmen.


Seit ein paar Jahren sind die ersten 40 Kilometer in die Wüste (bis zum Café du Parc) asphaltiert und somit kann man auch ohne 4x4 ein bisschen Wüstenluft schnuppern. Wir fanden ein Stück entfernt vom Café einen wunderschönen, einsamen Stellplatz, was für uns eine tolle Alternative war auch wenn hier natürlich noch keine super hohen Dünen zu finden sind. Nachdem wir aber im Jahr zuvor in Marokko eine 4-tägigie Tour zu Fuß durch die Wüste gemacht haben, war das für uns in diesem Jahr ausreichend. Wer noch weiter rein möchte braucht definitiv ein 4x4 Fahrzeug oder kann alternativ eine geführte Tour buchen. Hierzu haben wir allerdings keine Erfahrungen bzw. Empfehlungen.



Ksar Hallouf Madanin

Nach der Wüste haben wir uns so langsam wieder auf in Richtung Küste gemacht, haben aber unterwegs noch ein paar Stops eingelegt. Über park4night fanden wir das Ksar Hallouf Madanin, eine Speicherburg (Berbersiedlung) aus Stampflehm mit Hunderten von kleinen, braunen Kammern, die ähnlich wie Bienenwaben über- und nebeneinander angeordnet sind. Das Besondere an diesem Innenhof ist, dass man hier sogar Übernachten kann. Das Ganze kostet zwar 9 Euro, was nicht ganz günstig ist, allerdings fanden wir das eine ziemlich tolle Erfahrung zumal wir ganz alleine waren. Bis 1997 war das Ksar tatsächlich noch von Familien bewohnt. Jede der Familien hatte zwei Räume, einer war Wohnung und einer Speicher für Lebensmittel. In der Gegend rund um Madanin findet man übrigens ganz viele dieser Ksars.



Das Bergdorf Chenini

Von Tataouine aus führt eine etwa 12 Kilometer lange Straße zum kleinen Berberdorf Chenini, welches hoch oben malerisch auf einem Hügel liegt. Wir würden behaupten das Dorf ist noch relativ untouristisch und ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen lohnt sich in jedem Fall. Zumal es nur ein paar Hundert Meter entfernt einen wunderschönen Tafelberg gibt auf dessen Plateau man mit traumhafter Aussicht übernachten kann. Die Häuser von Chenini sind alle am Hang gebaut und bestehen aus nebeneinander in den Berg gegrabenen Höhlenräumen. Der Großteil dieser Höhlen ist zwar zerfallen aber in Verbindung mit der Landschaft im Hintergrund ist der Anblick wirklich beeindruckend. Wir waren auf eigene Faust unterwegs, gegen ein kleines Trinkgeld kann man sich aber auch von den Locals durch die Gassen führen lassen. Es gibt außerdem ein kleines Cafe und auch ein paar schnuckelige Souvenirshops.


Wenn man der Straße vom Bergdorf einige Hundert Meter folgt, sieht man schon von Weitem die schöne weiße Moschee „Mosquée des Sept Dormants“. Es soll sich um die Ruhestätte von sieben christlichen Männern handeln, die von Römern verfolgt wurden und hier mehrere hundert Jahre schliefen und nach dem Aufwachen zum Islam übertraten. Wir haben dorthin am Abend einen schönen Spaziergang vom Stellplatz aus gemacht, was auch sehr zu empfehlen ist.



Ksar Ouled Soltane

In dem kleinen Berberdorf Ksar Ouled Soltane, südlich von Tataouine, ist ein ganz besonderes und außergewöhnliches Ksar zu finden. Wie bereits etwas weiter oben beschrieben, handelt es sich bei einem Ksar um eine Lehm-Speicherburg mit hunderten kleiner Kammern. Im Ksar Ouled Soltane sind es rund 400 dieser Kammern (Ghorfas), wobei diese nicht als Wohnräume sondern hauptsächlich zum Lagern von Lebensmitteln genutzt wurden. Die Speicherburg stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde später restauriert und war außerdem ebenfalls einer der vielen Star Wars Drehorte. Der Eintritt ist kostenlos und wir waren bei unserem Besuch tatsächlich komplett alleine, aufgrund der nicht idealen Lage kommen nämlich nur verhältnismäßig wenige Touris hier her. Aus diesem Grund gibt es auch nur ein kleines Berber-Café und zwei schöne Ateliers.



Die Insel Djerba

Weihnachten und Silvester verbrachten wir auf der Insel Djerba, welche mit 125 Küstenkilometern die größte Insel Nordafrikas ist. Die Anreise erfolgt entweder im Süden über Land oder im Südwesten mit der Fähre, wir wählten die erste Variante, da es bei unserer Ankunft unglaublich stürmisch war. Die ersten paar Nächte verbrachten wir auf dem Gelände des Hotel Dar Jerba, hier gibt es den einzigen Campingplatz der Insel. Das Gelände gleicht zwar im Dezember einer riesen Geisterstadt, der Platz zum Campen ist aber mit Waschmaschine, sauberen Duschen & Toiletten und einer Möglichkeit für Ab- und Frischwasser wirklich top. Ansonsten fanden wir die Stellplätze im Westen am Schönsten, hier sind die Strände zwar nicht ganz so karibisch, dafür gibt es keinerlei Hotelanlagen und somit auch keine Touris und man hat die Stellplätze meist komplett für sich alleine. An der Ostküste kann man teils auch recht gut am Strand stehen, hat aber direkt hinter sich Hotelanlagen und meist auch extrem viel Müll. Ansonsten ist die Insel auch super ausgestattet was Supermärkte angeht und es gibt auch ein paar tolle Märkte und Viertel, von denen wir dir hier noch unsere zwei Highlights aufzählen.



Houmt el Souk

Der größte Ort auf Djerba ist Houmt Souk im Norden der Insel, der Name heißt übersetzt so viel wie Marktquartier. Der Handel spielte hier schon immer eine große Rolle und auch heute gibt es in der Medina den großen Souk mit Allem was das Shoppingherz begehrt. Wir konnten hier einige richtig tolle Mitbringsel ergattern und fanden den Ort mit seinen vielen kleinen Cafe´s und Läden einfach insgesamt total schön.



Das Künstlerviertel Djerbahood

Unser Highlight und vermutlich die bunteste Ecke Djerbas war das Künstlerviertel Djerbahood im Ort Erriadh. Seit 2015 befindet sich hier das größte Street-Art-Museum des Landes, in dem 150 Künstlerinnen und Künstler aus 30 Ländern Häuserwände mit ihrer Kunst bemalen konnten. Entsprechend ist Djerbahood mittlerweile DER Hotspot für Street Art und man findet die etwa 250 Kunstwerke an Innenhöfen, Türen und Mauern. Außerdem gibt es unzählige kleine Ateliers, in denen man mal etwas andere Dinge als auf den klassischen Souks findet und auch schöne, schnuckelige Cafe´s, die sich in kleinen Hinterhöfen verstecken.



Amphitheater El Jem

Das Amphitheater El Jem liegt in der gleichnamigen Stadt und ist nach dem Kolosseum von Rom und dem römischen Amphitheater von Capua das drittgrößte des Römischen Reiches. 1979 wurde das Theater in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen und hat ein Fassungsvermögen von 35.000 Zuschauern. Tatsächlich kam es hier aber nie zu Gladiatorenkämpfen oder Hinrichtungen. Noch bis 1695 war das Amphitheater vollkommen intakt, später wurde es aber teilweise zerstört weil sich die Einwohner von El Djem im Theater verbarrikadierten um sich dort vor Steuereintreibern zu verstecken. Das Gelände wird heute noch für verschiedene Veranstaltungen genutzt und für rund 12 Dinar pro Person kann man auch gut auf eigene Faust einen Rundgang machen, was wir sehr beeindruckend fanden. Direkt neben dem Theater gibt es auch einen bewachten Parkplatz, wir standen hier für eine Nacht und man kann für ein paar Euro auch die Toiletten mit benutzen. In der Stadt selbst haben wir uns ehrlich gesagt nicht sehr wohl gefühlt, da wir hier wieder viel Tierleid sahen und zeitweise auch von einem Mann verfolgt wurden, entsprechend waren wir froh als es am nächsten Tag weiter ging.



Die Halbinsel Cap Bon

weißer Kastenwagen steht am Strand zum Sonnenuntergang auf der Halbinsel Cap Bon in Tunesien

Die Strände der Halbinsel Cap Bon rund um die Region Hammamet zählen zu den schönsten Tunesiens. Bevor es für uns ganz langsam zurück in Richtung Tunis ging, haben wir hier nochmal eine knappe Woche verbracht und sind einige dieser Strände angefahren. Besonders toll fanden wir die Strände bzw. Stellplätze rund um Kerkouane am El Hwila Beach. Hier steht man meist komplett alleine mit ein paar Fischern und kann quasi vom Van direkt ins Meer hopsen.





Sidi Bou Said - Die Stadt der blauen Türen

Das ehemalige Fischerdorf Sidi Bou Said wird wegen seinem mediterranen Flair auch "Perle Tunesiens" genannt, ist nur ein paar Kilometer von Tunis entfernt und bietet sich deshalb entweder direkt zu Beginn oder am Ende einer Tunesien Reise an. Wir waren Ende Januar dort und zu der Zeit war leider alles etwas ausgestorben, es war aber trotzdem schön durch die kleinen Gassen mit den schönen weiß-blauen Häusern zu schlendern und ein bisschen durch die Souvenirläden zu bummeln. Anschließend waren wir im vegetarischen Café bleue!, welches wir absolut empfehlen können. Das Personal war super nett und es gab unglaublich leckere Kuchen und auch warme Gerichte und Salate. Was wir hingegen absolut nicht empfehlen können ist das Cafe des Delices. Wir haben hier während unserem Stadtbummel einen Minztee und Orangensaft getrunken weil man von der Terrasse eine wirklich tolle Aussicht aufs Meer hat und sollten hierfür am Ende 20 Euro zahlen. Wir hatten zu Beginn schon nach einer Karte gefragt und bekamen die Antwort, dass es keine gibt und am Ende wurden uns dann IN der Karte Preise gezeigt und erwähnt, man zahle auch fürs Fotos machen. Aber solche Erfahrungen gehören eben auch dazu. Parken kann man übrigens relativ zentral am Busparkplatz (zu finden in park4night), von hier ist man in etwa 15 Minuten in die Stadt gelaufen und kann theoretisch auch auf dem Platz Übernachten. Wir standen für unsere letzte Nacht in La Marsa, hier gibt es direkt am Strand einen großen Schotterparkplatz, der sich super für die erste oder letzte Nacht in Tunesien eignet.



Unser ehrliches Fazit für 3 Monate Tunesien

Landschaftlich hat uns Tunesien völlig überrascht und uns war zuvor nicht bewusst wie vielseitig das Land ist. Zum einen die Wüste mit ihren riesigen Dünen, die karibischen Strände mit türkisblauem Wasser aber auch die Berge, Schluchten und Palmehaine. Tunesien ist in jedem Fall ein perfektes Reiseziel mit Van, weil es im Vergleich zu vielen anderen Ländern noch recht untouristisch ist und man meist an den Stellplätzen wirklich komplett alleine steht. Allerdings empfanden wir drei Monate als etwas zu lange weil die Strecken doch sehr überschaubar sind und man von Tunesien aus auch in kein anderes Land weiterreisen kann. Und für uns waren das extreme Tierleid und die Unmengen an Müll irgendwann kaum mehr auszuhalten, weswegen wir letzendlich unsere Fähre sogar umgebucht haben um früher zurück zu fahren. Bisher empfanden wir es in keinem Land als so extrem, vielleicht hat aber Tunesien das Fass auch einfach zum Überlaufen gebracht. Für uns ist jedenfalls klar, dass wir so schnell in kein Land mehr reisen möchten was so große Probleme mit Tierleid und Müll hat. Nicht um wegzuschauen aber einfach um uns selbst etwas zu schützen.

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