KOSTEN VOLLZEIT VANLIFE -
LEBEN UND ARBEITEN IM CAMPERVAN

Kosten Vollzeit Vanlife | Logo Campervan

Mittlerweile haben wir einige Monate Erfahrung im Vollzeit Vanlife und die häufigsten Fragen die wir regelmäßig gestellt bekommen sind: Wie viel kostet eigentlich ein Leben im Van? Wie könnt ihr euch das leisten? Und lebt ihr von eurem Ersparten oder wie finanziert ihr euer Fulltime Vanlife? Deshalb haben wir all unsere Erfahrungen zusammengeschrieben und geben euch in dem Beitrag einen Einblick sowohl in unsere monatlichen Fixkosten, als auch in die variablen Kosten bzw. Ausgaben im Camper und haben außerdem ein paar Tipps, wie man beim Fulltime Vanlife einiges an Geld sparen kann bzw. was die Kosten beim Reisen besonders beeinflusst.

Kosten Vollzeit Vanlife | Leben und Arbeiten im Campervan

ALLGEMEINES ZU UNSEREN AUSGABEN IM CAMPER

Bevor unser VW LT 28 Kastenwagen zu unserem zu Hause wurde, haben wir unsere Wohnung gekündigt, Autos verkauft und alle Abos und Versicherungen auf ein Minimum runtergeschraubt. Als wir uns die Kontoauszüge von einem Jahr angeschaut haben, wurde uns erstmal bewusst, wie viele Kosten wir gar nicht auf der Uhr hatten. Manche Ausgaben werden beispielsweise nur einmal im Jahr abgebucht oder gewisse Abos, die einfach jeden Monat per Dauerauftrag eingezogen wurden. Unabhängig davon ob ihr Vollzeit Vanlife und Reisen in Betracht zieht oder nicht, ist es sinnvoll ab und an diese Art von Kosten zu kontrollieren weil sich hierdurch einiges an Geld sparen lässt.

 

Beachten müsst ihr, dass sich all unsere Ausgaben auf zwei Personen beziehen, was das Reisen natürlich von vornherein bei vielen Faktoren günstiger macht. Es gibt ein paar Ausnahmen, die nur den Ein oder Anderen betreffen, diese haben wir aber entsprechend vermerkt.

 

Unser größter Kostenpunkt beim Reisen mit unserem VW Camper ist ganz klar der Sprit, was wir im Voraus definitiv etwas unterschätzt haben. Wir fahren einen VW LT 28 Kastenwagen aus dem Jahr 1980. Da es sich um einen Benziner handelt, liegt unser durchschnittlicher Verbrauch aktuell bei etwa 13 Litern (inklusive unserer Eberspächer Standheizung; im Winter werden es schnell 15 Liter). Es gibt aber auch hier Möglichkeiten, wie man die Van Kosten im Zaun halten kann. Dazu aber gleich mehr.

 

Die Kosten erfassen wir aktuell über die Notizen im iPhone und machen jeweils am Monatsende eine Abrechnung. Wir waren die ganze Zeit der Meinung wir müssten uns irgendein professionelles Tool für die Kostenübersicht holen aber irgendwie klappt das ganz gut. Daniela nutzt für sich privat noch die App "Buddy", die ist auch richtig gut und man kann diese bei der Premium Version auch mit mehreren Personen verwenden.

 

Und zu guter Letzt noch kurz zu der Frage wie wir unser Leben im Van finanzieren und was wir Arbeiten. Hierauf wollen wir in diesem Beitrag nicht bis ins Detail eingehen aber euch trotzdem ein paar Infos dazu geben. Wir sind beide selbstständig, Patrick als Mediendesigner, Daniela als Virtuelle Assistentin. Hinzu kommen Einnahmen von Affiliate Marketing, Instagram, unserer Homepage und mehreren kleineren Projekten. Aber wir haben natürlich beide im Voraus auch fleißig gespart, sodass wir auch einen Puffer für unerwartete Dinge wie Reparaturen & Co. haben.

 

WAS BEEINFLUSST DIE KOSTEN IM VAN

Die Vanlife Kosten bestehen zum einen aus den fixen Kosten (z. B. Versicherungen, Verträge) auf die wir relativ wenig Einfluss haben und zum anderen aus den variablen Kosten, welche von Monat zu Monat unterschiedlich hoch ausfallen. Je nach Reiseziel und der Art des Reisens können diese beim mobilen Wohnen mal höher oder niedriger ausfallen. Wie bereits am Anfang erwähnt, macht es Sinn, die fixen Kosten weitestgehend auf ein Minimum zu reduzieren, sodass man trotz den meist höheren variablen Kosten (z. B. Sprit, Lebensmittel, Campingplätze) die monatlichen Kosten nicht sprengt. Die eigenen Bedürfnisse bzw. Gewohnheiten, die Reiseziele und wie schnell man reist, haben dabei einen großen Einfluss auf die Kosten.

EIGENE BEDÜRFNISSE

Im Laufe der letzten Monate haben sich unsere Gewohnheiten und Bedürfnisse ziemlich verändert. War es am Anfang noch unvorstellbar nur alle drei Tage heiß zu duschen, ist es mittlerweile völlig normal bzw. ein Highlight wenn wir einmal die Woche eine eiskalte Außendusche nehmen können. Entsprechend standen wir regelmäßig auf Campingplätzen und mittlerweile (fast) nur noch frei. Jeder hat andere Prioritäten, die ihm wichtig sind und diese können sich selbst beim (meist) minimalistischen Lebensstil Vollzeit Vanlife in den Kosten auswirken. Ist es dir z. B. wichtig regelmäßig Essen zu gehen oder kochst du lieber selbst? Brauchst du regelmäßig neue Klamotten oder kommst du mit wenig klar? Möchtest du dir vielleicht hin und wieder ein Airbnb gönnen? All diese Gewohnheiten beeinflussen die Kosten.

REISEZIELE

Ein weiterer Faktor der die Vanlife Ausgaben enorm beeinflusst ist das Reiseland. In Skandinavien sind die Lebenshaltungskosten beispielsweise um ein vielfaches höher als in den Balkanländern. Eine Fähre zum Überwintern auf den kanarischen Inseln kann schnell im vierstelligen Bereich liegen. Auch die Spritkosten variieren enorm, in Griechenland sind diese z. B. teilweise höher als in Deutschland, in einigen Ostblockländern hingegen haben wir für einen Liter Super umgerechnet weniger als 1 Euro gezahlt. Weitere Kosten die je nach Reiseland anfallen bzw. variieren können sind Maut, Verschiffungskosten, zusätzliche KFZ-Versicherung, Visum, Geld abheben und bestimmt gibt es noch einige Weitere die wir hier nicht aufgezählt haben.

GESCHWINDIGKEIT

Da wir einen über 40 Jahre alten VW Campervan fahren, beeinflusst die Reise-Geschwindigkeit unsere Kosten enorm. Mittlerweile bleiben wir meist mindestens einige Tage am gleichen Ort oder zumindest in der selben Region, was unsere Spritkosten natürlich sinken lässt. In den ersten Monaten hatten wir immer das Gefühl wir würden irgendwas verpassen und haben jeden Tag Strecke zurückgelegt, das haben wir zum einen in den Kosten zu spüren bekommen aber zum anderen haben wir auch gemerkt, dass es uns selbst nicht gut tut. Wir hatten irgendwann das Gefühl, all die schönen Orte gar nicht mehr genießen und wahrnehmen zu können. Es gibt ein schönes Sprichwort das sagt: Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben. Mittlerweile lieben wir das langsame Reisen und haben so auch das Gefühl viel tiefer in die Kulturen der Länder eintauchen zu können.

TYP CAMPINGPLATZ ODER WILDCAMPEN / FREISTEHEN

Wie schon erwähnt, standen wir zu Beginn unserer Reise noch etwa alle vier Tage auf einem Campingplatz um zu Duschen, Toilette zu leeren & Wasser aufzufüllen. Unser ganzer Alltag und das neue Leben im Van musste sich erstmal eingrooven und irgendwie hat uns das zu Beginn ein Stück weit Sicherheit gegeben, Zeit gespart und Vieles erleichtert. Mittlerweile stehen wir nur noch frei und wild, maximal fahren wir auf einen Campingplatz wenn wir uns eine Stadt anschauen weil dort Wildcampen oftmals nicht so gut möglich ist. In den Wintermonaten haben außerdem viele Campingplätze geschlossen und selbst wenn wir hin und wieder gerne mal zumindest heiß duschen würden, hätten wir gar nicht die Möglichkeit. Eine oftmals günstigere oder sogar kostenlose Alternative zum Freistehen sind Bauernhöfe oder einfache Stellplätze bei denen man manchmal sogar auch eine kalte Dusche, Wasser und Toilette bekommt. Weitere Möglichkeiten zum Duschen sind außerdem Raststätten oder Schwimmbäder und Fitnesstudios, die das dauerhafte Reisen einfacher gestalten. 

 

MONATLICHE FIXKOSTEN BZW. JAHRESBEITRÄGE

Bei den monatlichen Fixkosten fallen viele nur einmal pro Jahr an, diese haben wir auf einen Monat runtergebrochen. Ein paar wenige Posten betreffen nicht uns beide, die haben wir entsprechend vermerkt, ansonsten sind alle Kosten für 2 Personen.

DER CAMPERVAN

Da wir unseren VW LT 28 als Oldtimer mit H-Kennzeichen zugelassen haben, fallen die Kosten für unser mobiles zu Hause gar nicht mal so hoch aus. Ein Oldtimer kostet pauschal 192 Euro Steuern im Jahr und auch die Versicherung ist extrem günstig. Alles rund um die Zulassung zum Oldtimer könnt ihr hier nachlesen. Die ADAC Plus Mitgliedschaft ist unserer Meinung nach extrem wichtig, gerade weil wir einen Oldie fahren. Toi toi toi, bisher haben wir den ADAC auf unseren Van Reisen nicht gebraucht und hoffen es bleibt auch so.

-KFZ-Versicherung: 22 Euro

-KFZ-Steuer: 16 Euro

-Mitgliedschaft ADAC Plus: 8 Euro

VERSICHERUNGEN

Wir sind beide nicht die Typen dafür, jede Eventualität absichern zu lassen und haben deshalb nur die für uns nötigsten Versicherungen abgeschlossen. Da sollte jedoch jeder für sich individuell entscheiden, je nach dem was einem bei dem Thema wichtig ist. Unsere Auslandskrankenversicherung haben wir bei young travellers (ERGO) abgeschlossen. Oftmals ist es extrem teuer USA & Kanada mit zu versichern, wenn man jedoch bis maximal 50% der Reisezeit dort ist gibt es bei young travellers hierfür keine erhöhte Prämie. Auch rund ums Thema Corona ist hier alles mit inbegriffen und auch wenn wir bisher keine Leistungen in Anspruch genommen haben fanden wir den Support im Voraus super und das Preis-Leistungsverhältnis ist unserer Meinung nach unschlagbar. Einziger Nachteil könnte hier sein, dass man die gesamte Summe im Voraus zahlen muss.

 

-Private Langzeitauslandskrankenversicherung (ohne Selbstbeteiligung): 94 Euro

-Haftpflichtversicherung: 19 Euro

VERTRÄGE

Unsere Verträge haben wir glücklicherweise auch auf ein Minimum reduziert. Über einen Freund haben wir eine SIM-Karte mit der wir unlimited Internet in ganz Europa plus der Ländergruppe 1 (also beispielsweise auch Schweiz, Amerika, Türkei) haben. Sobald wir mit unserem Kastenwagen eine Grenze passieren, wählt sie sich unmittelbar ins beste Netz ein. Das spart uns jede Menge Zeit und wir müssen nicht in jedem Land nach Internet-Paketen suchen. Ob wir am Ende mit den 50 Euro günstiger fahren, hängt natürlich von den Ländern auf der Reise und den entsprechenden Kosten vor Ort ab aber für uns ist es die perfekte Lösung. Bisher mussten wir nur in Albanien eine separate SIM-Karte kaufen, da das Land nicht inkludiert ist. Patrick hat zusätzlich noch einen klassischen Mobilfunkvertrag bei Congstar, Daniela hat den sogenannten "Prepaid wie ich will" ebenfalls bei Congstar. Hier fallen nur dann Gebühren an, wenn beispielsweise Telefonie oder Internet genutzt wird. Bisher ging es aber komplett ohne, wenn wir auf Festnetz anrufen müssen, nutzen wir Patricks Karte und alles andere läuft über WLAN.

-Handyvertrag: 12 Euro (Patrick)

-Internet/SIM-Karte: 50 Euro 

-Netflix: 8 Euro

SPENDEN

-Kinderpatenschaft: 30 Euro (Daniela)

SONSTIGE JÄHRLICHE | MONATLICHE FIXKOSTEN

-Geschäftskosten: 20 Euro (Patrick)

-Sportverein Jahresbeitrag: 5 Euro (Patrick)

GESAMTE MONATLICHE FIXKOSTEN

217 Euro

MONATLICHE VARIABLE VANLIFE KOSTEN

In den letzten Monaten haben wir extrem gemerkt, wie sehr die variablen Kosten vom entsprechenden Reiseziel abhängen und es ziemlich schwierig ist einen Mittelwert festzulegen. Wir erfassen zwar alle Kosten beim mobilen Wohnen aber da diese sehr von den individuellen Bedürfnissen abhängig sind wollen wir da nicht zu arg ins Detail gehen. Da wir aber wissen, dass dieses Thema Viele interessiert, geben wir euch natürlich trotzdem ein paar Anhaltspunkte, Erfahrungen und auch Tipps.

SPRITKOSTEN VANLIFE

Beim Thema Spritkosten kommt es zum einen auf den Verbrauch von eurem Reisemobil an und darauf, wie viel man fährt und natürlich auch wieder auf das jeweilige Reiseland. Während wir in dem ein oder anderen Balkanland teilweise Benzin für unter einen Euro getankt haben, sind die Preise in Griechenland mit teils über 1,80 Euro sogar höher als in Deutschland. Unabhängig vom Preis sind die Spritkosten immer unser höchster Kostenfaktor. Wir haben aktuell einen Verbrauch von etwa 15 Liter inklusive unserer Eberspächer Benzin-Standheizung und kommen mit einer Tankfüllung ca. 350 km. In den ersten Monaten haben wir wahnsinnig viel Strecke zurückgelegt, mittlerweile reisen wir wesentlich langsamer, was sich für uns enorm bemerkbar macht. 

Anbei ein paar Vergleichswerte unserer Spritkosten der letzten Monate:

3 Wochen Polen: 307 Euro

2 Wochen Rumänien: 335 Euro

3 Wochen Albanien: 168 Euro

4 Wochen Griechenland: 443 Euro

LEBENSMITTEL

Mit den Lebensmitteln verhält es sich ähnlich wie mit den Spritkosten. Es gibt Länder, in denen die Preise enorm günstig sind und dann gibt es Länder wie Albanien (wo man meinen sollte, Lebensmittel sind extrem günstig), in denen die Preise teils höher als in Deutschland sind. Teilweise hat es sich hier gar nicht gelohnt selbst zu kochen, da Essen gehen beispielsweise in Albanien sehr günstig war.

 

Wir legen beide sehr viel Wert auf frische Lebensmittel und lieben es unser Obst und Gemüse auf Märkten einzukaufen. Daniela ernährt sich vegetarisch/vegan, bei Patrick kommt ganz selten mal ein Stück Fleisch oder Wurst auf den Teller. Im Durchschnitt machen wir einmal die Woche Großeinkauf im Supermarkt und kommen da aktuell auf einen Kassenbon von ca. 70 Euro. Hier und da gönnen wir uns mal was in einer Bäckerei und wenn kein Supermarkt in der Nähe ist und wir auf einen kleineren Laden ausweichen müssen, kann es auch mal etwas teurer werden.

 

Für Wasser geben wir mittlerweile kein Geld mehr aus, sondern trinken das gefilterte Wasser aus unserem Frischwassertank. Dieses wiederum zapfen wir aus Brunnen oder Quellen und filtern es. Alles zu unseren Trinkwasserfiltern findet hier hier. Das spart auf Dauer Geld und natürlich unnötig viel Plastik. 

CAMPINGPLÄTZE

Mittlerweile stehen wir fast ausschließlich frei und wild, was es uns ermöglicht uns hin und wieder ein Airbnb zu gönnen. Zu Beginn der Vanlife Reise waren wir noch regelmäßig auf Campingplätzen, haben aber noch nie großen Wert auf irgendwelche Luxus Campingplätze gelegt, die teils 30 Euro die Nacht kosten und man Van an Van in Parzellen steht. Im Gegenteil, wir mögen viel lieber kleine Bauernhöfe oder Stellplätze am Meer, die ganz simpel mit Toilette, Dusche und evtl. Waschmaschine ausgestattet sind und man trotzdem frei steht und genügend Platz für sich hat. Diese kosten meist ca 10 Euro die Nacht und manchmal sind sie sogar komplett kostenlos.

MAUT | VIGNETTE

Die meisten Länder in denen wir bisher waren, hatten eine eVignette. Diese kann man entweder vorab online kaufen oder direkt an der Grenze. Man kann hier wählen zwischen z. B. 10 Tagen, 30 Tagen oder ein Jahr. Aus eigener Erfahrung können wir euch raten, alle Unterlagen zur Vignette für mehrere Monate aufzubewahren. 3 Monate nachdem wir in Ungarn waren, bekamen wir Post von einem Inkassobüro und wurden aufgefordert eine ordentliche Summe Geld zu zahlen, weil statt dem Ü (für Würzburg) ein UE auf der Vignette stand. Das lies sich jedoch auf der Tastatur nicht auswählen und im Nachhinein fanden wir raus, dass es sich hierbei um eine fiese Masche handelt.

 

Griechenland beispielsweise hat zwar keine Vignette aber fast alle Autobahnen sind mautpflichtig. Oftmals gibt es direkt neben der Autobahn eine kostenlose Parallelstraße oder man muss einen kleinen Umweg auf sich nehmen, welche meist landschaftlich viel reizvoller sind und die extra KM sich in vielen Fällen in Grenzen halten. Wenn man mal mit dem Camper auf der Mautstraße fährt ist es kein Problem, wenn man wie wir jedoch für mehrere Monate in Griechenland ist, können selbst die 2-6 Euro pro Strecke auf Dauer ziemlich teuer werden. Die Kosten sind außerdem immer abhängig von der Größe des Fahrzeugs. 

 

ESSEN GEHEN & CAFÈS

Vor allem wenn wir uns Städte anschauen lieben wir es, uns durch die Cafés und Restaurants zu futtern. Zum einen haben wir am Abend meist keine Lust mehr selbst zu kochen und außerdem ist es toll, regionale Dinge und Nationalgerichte zu probieren. Und wie bereits erwähnt gibt es auch Länder wie Albanien, in denen es sich schlichtweg nicht lohnt selbst zu kochen weil die Lebensmittel im Supermarkt extrem teuer sind. Zwischendurch gönnen wir uns auch gerne mal ein leckeres Stück Kuchen mit einem Kaffee. Im Großen und Ganzen beschränkt sich das aber wirklich auf die Städte, da vor allem in der off-season (speziell in der Pampas) meist sowieso alles zu hat. Was wir auch lieben ist Street Food oder Essen auf Märkten, hier kann man oft ganz besonders gut in die traditionelle Küche eintauchen und günstig ist es meist auch.

 

SONSTIGE VARIABLE KOSTEN

Bei den sonstigen Ausgaben zählen wir alles auf, was uns noch so einfällt und was immer mal wieder (wenn auch nicht alles regelmäßig) anfällt.

 

-Wäsche waschen

Wäsche waschen wir so in etwa alle fünf Wochen. Hierfür gibt es verschiedene Optionen wie Campingplätze (2-5 Euro pro Maschine), Airbnb, self service Waschsalon (3-6 Euro pro Maschine plus Kosten für Trockner) oder man gibt die Wäsche in einer Reinigung ab. Letzteres ist zwar die teuerste Variante, dafür bekommt man die Wäsche getrocknet und schön zusammengelegt zurück und hat keinen Stress damit, die Wäsche evtl. bei schlechtem Wetter selbst zu trocknen. Die Kosten belaufen sich hier meist so in etwa auf 15 Euro pro Maschine (waschen und trocknen).

 

-Sehenswürdigkeiten

Das schöne am Vanlife ist, dass all die wundervollen Orte, jeder Sonnenauf- und untergang oder das Freistehen am Meer und in den Bergen einfach komplett kostenlos sind. Trotzdem gibt es natürlich hin und wieder Sehenswürdigkeiten oder Aktivitäten die etwas kosten um sie besichtigen zu können. Beispielsweise Eintritte für Ausstellungen, Aussichtsplattformen & Burgen, Kosten für eine Bootsfahrt oder die Besichtigung einer Tropfsteinhöhle. Wir wägen immer zuvor ab, ob es uns das Geld wert ist aber es gibt einfach auch Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die Akropolis in Athen, die muss man unserer Meinung nach einfach gesehen haben. Das gehört selbstverständlich nicht zum Alltag sondern ist dann auch für uns was Besonderes und zählt dann eher wie "Urlaub". 

 

-Kosmetikartikel

Unsere Kosten für Kosmetikartikel stecken meist mit in den Lebensmittelkosten da es in vielen Ländern keine klassischen Drogeriemärkte gibt, wie wir sie aus Deutschland kennen gibt. Diesbezüglich sind die Supermärkte relativ gut ausgestattet.

 

-Internet außerhalb Länderzone 1 

Für alle Länder die außerhalb der EU und der Länderzone 1 liegen benötigen wir eine separate SIM-Karte. Bisher war dies jedoch bei uns nur in Albanien der Fall. In den drei Wochen hatten wir hier zusätzliche Internetkosten in Höhe von knapp 40 Euro.

GESAMTE MONATLICHE VARIABLE KOSTEN

Ganz grob würden wir sagen, unsere durchschnittlichen Kosten belaufen sich für uns beide auf in etwa 1000 Euro, also 500 Euro pro Person. Man kann diese aber absolut nicht pauschal festlegen und es gab Monate in denen wir deutlich drüber lagen aber auch drunter. Wir wollen euch nur einen groben Anhaltspunkt geben aber die variablen Kosten hängen einfach auch stark von den individuellen Bedürfnissen, dem Reiseziel, der Reisezeit und weiteren Faktoren ab.

 
 
 

RÜCKLAGEN | ERSPARTES

Das Thema sparen halten wir beide auch für ziemlich wichtig. Bereits im Voraus haben wir viel gespart aber wir versuchen auch während der Reise immer wieder was zurück zu legen. Es kann jederzeit zu unerwarteten Ereignissen kommen, von denen wir bisher glücklicherweise verschont blieben. Aber früher oder später werden Reparaturen bei unserem alten VW LT 28 Kastenwagen nicht ausbleiben und da wollen wir einfach vorbereitet sein. Wir haben hierfür keine konkrete Summe beiseite gelegt, sind aber beide auf unerwartete Kosten vorbereitet. Gleichzeitig möchten wir aber auch für die Zukunft und die Rente etwas vorsorgen, da wir ja nicht klassisch ins Rentensystem einzahlen und legen auch hier beide monatliche Summen beiseite.

8 CAMPING - VANLIFE SPARTIPPS

Um die Reisekasse beim Reisen im Camper und Leben im Van zu schonen, haben wir zu guter Letzt noch ein paar Tipps zum Sparen zusammengefasst, von denen wir zwar einige bereits erwähnt haben, andere aber nochmal explizit ergänzen wollten.

1. Lebensmittel günstig einkaufen indem man teure Lebensmittelläden meidet und stattdessen in Supermärkten einkaufen geht. Obst und Gemüse ist oftmals auf dem Markt am günstigsten

2. Selbst kochen im Camper

3. Fixkosten wie Abos, Handyvertrag oder Versicherungen auf ein Minimum reduzieren

4. Sich von unnötigen Dingen trennen und beispielsweise auf Ebay Kleinanzeigen oder Vinted verkaufen

5. Mautstraßen vermeiden und wenn möglich auf Landstraßen ausweichen

6. Ausgaben dokumentieren um den Überblick zu behalten

7. Spritpreise vergleichen (tanken auf der Autobahn vermeiden) und spritsparend Fahren

8. Freistehen oder teure Campingplätze vermeiden

 

FAZIT KOSTEN FULLTIME VANLIFE

 

Unsere Kosten im VW Camper sind für Viele die in einer Mietwohnung leben vielleicht gerade mal die Ausgaben für die monatliche Miete. Für uns sind es die Gesamtkosten inkl. aller Versicherungen, Essen, Sightseeing und Vielem mehr. Ganz bestimmt geht es auch noch günstiger aber wir würden behaupten, dass wir sehr wenig besitzen und insgesamt minimalistisch leben (was natürlich auch am begrenzten Platz liegt). Außerdem haben wir durch das Leben im Van nochmal besonders gelernt, viel weniger verschwenderisch zu sein, was vor allem auch Ressourcen wie Wasser und Strom angeht. Wenn Dinge am Camper kaputt gehen, kann Patrick weitestgehend alles selbst reparieren, was auch nochmal Geld spart. Wir lieben außerdem beide Second Hand Shopping und die Kleidung die wir neu kaufen tragen wir ewig.

 

Trotzdem sind wir der Meinung, man sollte die monatlichen Kosten nicht unterschätzen, für uns ist es deshalb wichtig alle Kosten zu erfassen und so einen Überblick zu behalten. Sollten wir merken, die Kosten sprengen in einem Monat den Rahmen, dann bleiben wir einfach eine längere Zeit am selben Platz und sparen so am größten Posten, dem Sprit.

Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Beitrag Einiges zum Thema "Kosten und Leben im Van" beantworten. Wenn ihr noch Fragen zu einzelnen Punkten habt oder wir etwas Wichtiges vergessen haben sollten, dann schreibt uns gerne jederzeit.