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  • Daniela

Mit dem Wohnmobil nach Marokko - Tipps für die perfekte Rundreise

Insgesamt waren wir für drei Monate mit unserem VW LT 28 in Marokko unterwegs und teilen in diesem Beitrag unsere Route und alle Highlights dieses wunderschönen Landes mit euch. Vor allem haben uns die Menschen die wir auf dieser Reise kennenlernen durften bereichert und ganz besonders deren Wissen und Geschichten. Alles rund um die Reiseplanung, Anreise, unsere Erfahrungen und Kosten für Marokko erfahrt ihr hier.


Unsere Route durch Marokko

Während den drei Monaten hatten wir natürlich unzählige Stopps, die diese Karte vermutlich mehr als sprengen würden. Darum findet ihr hier zur Übersicht nur die grobe Route und alle Details dann im Anschluss.


Die Hafenstadt Essaouira

Nach 50 Stunden Anreise mit der Fähre kamen wir endlich am Hafen Tanger-Med an, wo wir auch direkt unkompliziert unsere erste Nacht verbrachten. Nachdem wir schon wenige Tage später in Essaouira verabredet waren, da wir Besuch aus Deutschland bekamen, mussten wir die ersten Tage ordentlich Strecke machen. Wir standen meist irgendwo an der Küste frei und haben auch direkt die ersten Erfahrungen mit der marokkanischen Polizei gemacht. Einmal wurden wir spät abends weggeschickt, ein anderes mal mussten wir lediglich unsere Ausweise zeigen. Im Nachhinein ist uns das aber tatsächlich nur im Norden Marokkos passiert.


Etwas außerhalb von Essaouira hatten wir uns gemeinsam mit Danielas Bruder und dessen Freundin in der wunderschönen Unterkunft Villa Nour einquartiert. Das kleine Hotel mit etwa 8 Zimmern, Pool und wunderschönem Garten hat uns umgerechnet pro Person für zwei Nächte 50 Euro (inkl. Frühstück) gekostet und war ein absolutes Highlight. Alle waren unglaublich freundlich und auch Maja hat sich pudelwohl und willkommen gefühlt. In knapp 10 Minuten ist man mit dem Taxi für 5 Euro in die Stadt gefahren, von daher fanden wir es aboslut ok, dass wir etwas außerhalb wohnten. Einer der Mitarbeiter war sogar Surflehrer und hat uns ein paar coole Spots zum Surfen gezeigt.


Die Stadt Essaouira hat uns unglaublich gut gefallen, bei weitem nicht so wuselig wie Marrakech und trotzdem hat sie so viel zu bieten. Vor allem die wunderschöne Medina mit ihren kleinen verwinkelten Gassen und Märkten. Da die Altstadt sehr überschaubar ist, hat man in zwei Stunden eigentlich alles gesehen und kann sich richtig schön treiben lassen. Das beste Essen hatten wir bei La Tolerance, in Essaouira kann man aber auch super leckeres Streetfood finden (je mehr Leute anstehen, desto besser). Einen Abend haben wir in der Rooftop-Bar Le Taros verbracht, diese ist zwar kein Geheimtipp aber wir hatten sogar das Glück, dass Livemusik gespielt wurde und können die Bar am Abend für einen Drink auf jeden Fall empfehlen.


Ein Zwischenstopp im bunten Marrakech

In Marrakech haben wir aufgrund der langen Strecke ins Atlas Gebirge nur eine Nacht als Zwischenstopp auf einem Campingplatz verbracht. Mit Maja war uns ein Besuch der Medina etwas zu anstrengend und nachdem wir vor einigen Jahresn bereits dort waren, ging es für uns am nächsten Tag direkt weiter. Unsere Highlights von Marrakech haben wir damals hier zusammengefasst.


Atlas Gebirge - Die Bergwelt Marokkos

Das Atlas Gebirge ist der höchste Gebirgszug Nordafrikas und erstreckt sich insgesamt ca. 1.000 km durch Marokko. Südlich von Marrakech befindet sich auf bis zu 2.093 m die wunderschöne Passstraße Tizi n' Test. Die Aussichten auf die Berge des Hohen Atlas sind wirklich spektakulär und wir fanden mitten im Nirgendwo einen wunderschönen Stellplatz, der nach der trubeligen Küste wie gerufen kam. Die Passstraße ist teilweise nur einspurig asphaltiert, es war aber in unserem Fall nur sehr wenig Verkehr und wir würden sagen, dass die Strecke für alle Arten von Fahrzeugen geeignet ist. Auch wenn man im ersten Moment bei Marokko vermutlich nicht direkt an schneebedeckte Gipfel denkt, war die Fahrt durch den Hohen Atlas für uns eines der Highlights der gesamten Reise.


Tinfou Dunes

Tinfou dunes an den Ausläufern des Hohen Atlas in Marokko

Vom Hohen Atlas ging es dann über Taliouine, der Stadt des Safran, so langsam in Richtung Sahara. Zuvor haben wir für eine Nacht noch einen Abstecher bei den Tinfou Dunes gemacht, die Dünen sind quasi ein kleiner Vorgeschmack auf die Sahara und liegen direkt auf dem Weg. Wir standen hier komplett alleine am Fuße der Dünen und können den Ort für einen kleinen Zwischenstopp absolut empfehlen. Die Aussicht von der Spitze der Düne ist unglaublich schön, man sieht am Horizont die beeindruckenden Tafelberge und sonst nur ein paar einsame Berberzelte.


Mhamid - Zu Fuß durch die Sahara

Vom Ort Mhamid sind es noch etwa 3 Kilometer ins Camp Bivouac Hassi Samara. Für unseren VW LT war hier Schluss weil es ab jetzt so richtig in die Sahara und somit Sand ging. Für 3 Euro hat man hier aber trotzdem die Möglichkeit das erste Mal Wüstenluft zu schnuppern und so standen wir dort einige Tage bevor wir zu Fuß weiter gingen. Direkt vom Camp werden verschiedene Touren angeboten und man kann wählen ob man lieber zu Fuß, mit Zelt, Unterkunft oder 4x4 Fahrzeug die Dünen erkunden möchte. Die Erg Chegaga ist eine der beiden größten Dünenwüsten Marokkos, was allerdings viele nicht wissen ist, dass es an der Grenze zu Algerien eine fast genauso hohe und mindestens genauso schöne Düne gibt, die viel weniger touristisch ist.


Wir wollten tiefer in die Kultur eintauchen und so manche Dinge auch besser verstehen, darum entschieden wir uns für vier Tage zu Fuß durch den etwas unbekannteren Wüstenabschnitt zu gehen. Drei Kamele, zwei Guides, wir zwei und Maja. Eine der herausforderndsten aber auch wundervollsten Erfahrungen die wir jemals machen durften und irgendwie fällt es auch schwer das Erlebte so richtig in Worte zu fassen. In Summe sind wir knapp 60 km gelaufen wobei wir morgens meist 2 - 3 Stunden (bis es zu heiß wurde) unterwegs waren und am späten Nachmittag dann nochmal etwa die gleiche Zeit. Die ersten Tage waren es tagsüber knapp über 20 Grad, am letzten Tag dann fast 30 Grad was ziemlich heftig war. Nachts hat es dafür meist auf bis 5 Grad abgekühlt und wir waren froh, dass wir noch warme Wolldecken bekommen haben. Unser Zelt haben wir jeden Abend an einem anderen Ort aufgeschlagen was die Tour definitiv auch zu etwas ganz besonderem gemacht hat. Einer der beiden Guides war ein hervorragender Koch und hat uns sobald wir ankamen immer die leckersten Gerichte gezaubert und wir durften auch immer etwas mithelfen und konnten dabei einiges lernen. Auf die Frage hin, wie die Guides sich in der Wüste zurechtfinden bekamen wir die Antwort "It´s all in our hearts as the desert is our home". Wir hätten uns vermutlich bereits nach wenigen Minuten komplett verlaufen aber sie kennen sich dort einfach blind aus. Am dritten Abend haben wir unser Zelt etwa zwei Kilometer entfernt der hohen Dünen aufgeschlagen und sind zum Sonnenuntergang alleine zu den Dünen gelaufen. Die Aussicht von dort oben war einfach unbeschreiblich und eines der schönsten Dinge die wir je erlebt haben. Wir kamen uns vor wie auf einem anderen Planeten und waren noch dazu komplett alleine. Zurück zum Camp ging es dann im Dunklen, tatsächlich konnten wir uns aber mit Hilfe von einem Kompass einigermaßen zurechtfinden und uns auch an den Sternen orientiere, trotzdem ist diese Gabe der Berber einfach unbeschreiblich. Körperpflege war während der vier Tagen übrigens absolute Mangelware, wir haben grade so einmal am Tag Zähne geputzt und ansonsten hatten wir nur Trinkwasser dabei und zwei Kanister mit Wasser zum Kochen und vielleicht mal kurz Hände abwaschen. Der Sand war irgendwann wirklich in jeder Ritze aber in dem Moment war das alles irgendwie halb so wild.


Gezahlt haben wir umgerechnet 180 Euro pro Person. Wenn man die Kosten im Land betrachtet ist es schon sehr viel Geld aber die Erfahrung war es uns im Nachhinein betrachtet absolut wert. Der Preis wird immer pro Tag gerechnet und es gibt wohl auch Anbieter bei denen man zwischen 75 und 100 Euro pro Tag zahlt. Empfehlen können wir auf jeden Fall ordentliches Schuhwerk dabeizuhaben, mit Turnschuhen kamen wir ziemlich an unsere Grenzen. Insgesamt dachten wir nicht, dass durch die Wüste laufen so anstrengend sein würde aber wir haben vor allem am letzten Tag wirklich unseren ganzen Körper gespürt. Ansonsten empfiehlt sich ein Tuch als Sand- und Sonnenschutz und ein warmer Schlafsack. Für alle die sich fragen, wie das mit unserer Hündin geklappt hat, sie ist meist vorne weg gelaufen und hat immer geschaut, dass alle beisammen sind. Trotz vorheriger Bedenken konnten wir sie komplett frei lassen und hatten das Gefühl, sie kannte den Weg intuitiv.


Eine Sache wollen wir noch kurz erwähnen. Wir hatten zuvor wirklich lange hin und her überlegt was vor allem an der Sache mit den Kamelen lag und haben dem Besitzer auch ganz offen unsere Zweifel mitgeteilt. Er meinte die Tiere sind alles für ihn und letztendlich ist sowohl er auf die Kamele als auch die Kamele auf ihn angewiesen. Was wir im Nachhinein nicht gut fanden war, dass den Kamelen sobald wir irgendwo ankamen die Füße ein Stück zusammengebunden wurden, sodass sie zwar laufen konnten, aber vor allem nachts nicht so weit vom Camp wegkamen. Auf unsere Nachfrage hin warum man sie nicht beispielsweise am Baum festbindet und ihnen eine lange Leine lässt (dann könnten sie sich auch einfacher hinlegen) meinte der Guide, dass sich dabei Kamele wohl schon die Füße gebrochen haben. Das Bewusstsein gegenüber Tieren ist definitiv ein anderes als bei uns und man muss ganz klar sagen, dass es dort einfach Nutztiere sind. Und trotzdem war die Erfahrung unbeschreiblich und wir hatten den Eindruck, dass es den Tieren dort im Vergleich zu vielen anderen Orten gut ging.


Auf dem Weiterweg haben wir noch ein paar Tage in Zagora beim Camping Palmeraie dÁmezrou verbracht. Den Platz können wir auch sehr empfehlen. Man steht idyllisch unter Palmen (die gleichzeitig Schatten spenden), es gibt jeden Morgen frisches Brot, leckere Tajine und die Duschen waren vor allem nach der staubigen Wüste ein absolutes Highlight.


Die Sandwüste Erg Chebbi bei Merzouga

Nach dem unvergesslichen Erlebnis unserer Wüstentour bei Mhamid waren wir uns zuerst unsicher, ob wir noch in die Wüste bei Erg Chebbi fahren sollen aber haben uns dann doch dafür entschieden. Die Sandwüste am Rande der Sahara ist im Vergleich zur Erg Chegaga um einiges touristischer, da die Dünen direkt zu Fuß erreichbar sind. Das Gute aber ist, dass man auch ohne 4x4 Fahrzeug direkt am Fuße der Dünen übernachten und ein bisschen Wüstenluft schnuppern kann. Zum Sonnenauf- und untergang sind allerdings auch viele Kamel- und Quadtouren unterwegs und allzu viel Einsamkeit findet man hier nicht, irgendwie lohnt es sich aber trotzdem würden wir sagen. In der kleinen Wüstenstadt Merzouga liegt der Campingplatz Camping La Gazelle Bleue, für umgerechnet 4,50 Euro bekommt man hier eine heiße Dusche, morgens Brot und hat außerdem von der Dachterrasse einen wundervollen Blick auf die Dünen. Bevor es für uns weiter ging haben wir hier für zwei Nächte nochmal eine Stopp eingelegt und können den Platz absolut empfehlen.


Todra Schlucht

VW LT 28 in der Todra Schlucht Marokko

Bevor wir uns so ganz langsam wieder auf den Weg in Richtung Küste gemacht haben, waren wir noch für ein paar Tage im Landesinneren um uns unter anderem die wunderschöne Todra Schlucht mit ihren steil aufragenden Felswänden anzuschauen. Die Schlucht ist von Marrakech aus etwa 360 km entfernt, liegt an den Ausläufern des Hohen Atlas und beginnt in der kleinen Berberstadt Tinerhir. Nach etwa 15 km kommt bereits die spektakulärste Stelle der Strecke an der die Durchfahrt nur knapp 10 m breit ist und rechts und links 300 m hohe Felswände in die Höhe ragen. Genau an dieser Stelle haben sich allerdings auch viele Händler niedergelassen und zusätzlich machen hier noch alle Reisegruppen einen Halt, es empfiehlt sich also wie so oft früh da zu sein. Es lohnt sich auch auf jeden Fall noch ein Stück weiter durch die Palmenoase zu fahren und nicht direkt an der "berühmten" Stelle umzukehren.


Dades Schlucht

Von der Todra Schlucht aus ist es gar nicht mehr weit bis in die nicht weniger spektakuläre Dades Schlucht. Die etwa 60 km lange Strecke führt von der kleinen Stadt Boumalne du Dades durch die Schlucht bis nach Msemrir. Nach 26 km erreicht man den Abschnitt, an dem sich die Straße in atemberaubenden Haarnadelkurven den Berg hoch schlängelt. Oben angekommen hat man entsprechend einen herrlichen Ausblick auf die kurvenreiche Straße. Ab einer gewissen Fahrzeuggröße wird es vermutlich schwierig mit den engen Kurven, ansonsten ist aber die gesamte Strecke bis nach Msemrir mit jedem Fahzeug möglich. Auch hier lohnt es sich weiter als zum bekannten Aussichtspunkt zu fahren, da ab der Stelle kaum mehr was los und die Strecke trotzdem ein absoluter Traum ist.


Das kleine Dorf Ait Ben Haddou - Ourzazate

Die Lehmziegelstadt Ait-Ben-Haddou liegt am Fuße des Atlasgebirges, etwa 30 km entfernt von der Stadt Ouarzazate und gehört seit 1987 zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Das vor rund 1.000 Jahren erbaute Dorf ist heute eine der meist-besuchten Sehenswürdigkeiten des Landes und war wegen der einzigartigen Architektur auch Filmkulisse für viele bekannte Filme wie Game of Thrones und Gladiator. Besonders beeindruckend ist der historische Ortskern und die Aussicht von der Festung oberhalb der Altstadt. Vor knapp 50 Jahren haben hier tatsächlich noch mehr als 2.000 Menschen gelebt und auch heute noch sind ein paar wenige der braunroten Stadtwohnungen bewohnt. Natürlich gibt es auch jede Menge Souvenirläden, Cafés & Restaurants, wir fanden die Preise hier aber im Vergleich zu den meisten anderen Orten ziemlich hoch. Stellplätze findet man rund um Ait Ben Haddou auch einige, sowohl bezahlte Wohnmobilstellplätze als auch Möglichkeiten zum Freistehen.


Das Surferstädtchen Sidi Kaouki

Frau am Strand von Sidi Kaouki in Marokko

Über die bekannte Passstraße Tizi n'Tichka ging es für uns zurück an die Küste. Eigentlich hatten wir uns auf den bis zu 2.260 m hohen Pass total gefreut aber leider war ein Großteil der Strecke eine einzige Baustelle und aufgrund von heftigen Regenfällen die Tage zuvor waren alle Stellplätze für uns unpassierbar. Somit sind wir etwas schneller als geplant zurück am Meer gelandet und zwar knapp 25 km südlich von Essaouira, in Sidi Kaouki. Das kleine Städtchen ist bekannt für seinen tollen Surfstrand und Patrick konnte sich endlich wieder in die Fluten schmeißen und an seinen Surfskills arbeiten. Im Ort gibt es ein paar überteuerte Campingplätze aber auch einen Platz an dem man für 3 Euro (Bus an Bus mit unzähligen anderen) übernachten kann. Wir hatten noch das Glück, dass wir an den Klippen oberhalb vom Strand kostenlos stehen konnten, als wir allerdings einige Wochen später nochmal vorbeifuhren, war alles gesperrt. Jedenfalls hat uns der Ort und die Vibes super gut gefallen, es gibt mehrere Surf Schulen, kleine Supermärkte mit allem was man braucht und auch süße Cafe´s und Restaurants.


Das kleine Fischerdorf Taghazout

Das Dörfchen Taghazout besteht eigentlich nur aus einer 500 m langen Straße mit kleinen Restaurants und Shops. Wegen den perfekten Bedingungen von Wind, Wetter und geographischer Lage ist Taghazout aber einer DER Spots in Marokko wenn es um Surfen geht. Das ist auch der Grund warum wir in der Gegend in Summe um die drei Wochen verbracht haben. Es gibt wirklich unzählige Strände an denen perfekte Wellen reinkommen, Patricks Lieblingsspots waren der Banana Point und der Anchor Point. Hier kann man jeweils auch super (wenn auch mit vielen anderen) mit dem Van stehen und übernachten. Ansonsten können wir noch das Red Clay Café empfehlen, hier gibt es die leckersten veganen Gerichte überhaupt, mal etwas anders als man es sonst von Marokko kennt weil hier natürlich auch viele Touris vorbeikommen.


Die Palmenoase Tafraout

Nach mehreren Wochen Trubel an der Küste ging es für uns nochmal ins Landesinnere. Die ersten 1,5 Monate hatten wir viele Stellplätze komplett für uns alleine aber mittlerweile war es vor allem an der Küste richtig voll und wir standen meist nur noch Van an Van. Unser Ziel war Tafraout und schon die Anfahrt war aufgrund der Strecke ein Highlight für sich. Tafraout ist vor allem für seine malerische Landschaft mit den riesigen Felsformationen, Dattelpalmen und Mandelbäumen bekannt. Für einige Tage standen wir hier idyllisch in einer wunderschönen Palmenoase und haben vor allem die Ruhe nach der Küste unglaublich genossen. Durch Zufall haben wir von einer Werkstatt erfahren, bei der viele Vanlifer die ein oder andere Reparatur durchführen lassen und teilweise sogar ihr komplettes Auto entrosten und neu lackieren lassen. Für 13 Euro haben wir hier also spontan noch einen Öl- und Filterwechsel machen lassen. Sollte bei euch am Van auch was anstehen, die Werkstatt ist direkt in Tafraout und heißt "Garage Chez Mohamed Farih". Ganz in der Nähe von Tafraout befinden sich außerdem die "Blauen Felsen". 1984 hat hier ein belgischer Künstler gemeinsam mit 30 marokkanischen Feuerwehrleuten und 18 Tonnen Farbe die Felsen besprüht. Er hatte das zuvor auch schon in anderen Ländern als Symbol für den Frieden gemacht und wenn ihr in der Nähe seid, können wir einen Abstecher auf jeden Fall empfehlen.


Die Ouzoud Wasserfälle

Auf dem Weg in Richtung Norden machten wir noch einen Stopp bei den gigantischen Wasserfällen von Ouzoud die über hundert Meter in die Tiefe stürzen und somit die höchsten Marokkos sind. Über einen Wanderweg kommt man direkt nach unten und hat auf der Strecke immer wieder fantastische Aussichten auf die Wassermassen. Unten angekommen hat man die Möglichkeit mit einem Boot direkt an den Wasserfall zu kommen, uns war hier aber etwas zu viel los und wir haben die Aussicht lieber von etwas weiter weg genossen. Eine halbe Stunde zu Fuß von den Wasserfällen gibt es den wunderschönen Stellplatz "Sonnenhügel Alexandre" bei einer deutschen Familie. Wir standen hier für zwei Tage, saßen alle zusammen am Lagerfeuer und konnten richtig viel über die Kultur und Menschen erfahren.


Chefchaouen - Die blaue Stadt in den Bergen Marokkos

Der Abschluss unserer dreimonatigen Reise durch Marokko war in Chefchaouen. Die kleine Stadt im Norden Marokkos ist im Vergleich zum trubeligen Marrakech eher ruhig und überschaubar. Es ist wohl nicht eindeutig geklärt warum die Stadt blau ist aber man geht davon aus, dass Blau vor bösen Blicken, magischen Fähigkeiten und großem Unheil schützen soll. Wir sind für eine Nacht auf dem Campingplatz gewesen, von dem aus man in wenigen Minuten zu Fuß in der Altstadt ist. In Chefchaouen ist es übrigens ganz normal, dass man an jeder Ecke Gras angeboten bekommt, da die Stadt quasi mitten im Riff Gebirge liegt, nicht weit von den riesigen Hanfplantagen. Am schönsten ist es, sich einfach durch die verwinkelten Gassen treiben zu lassen und dabei die hübschen blauen Häuschen zu bestaunen. Den besten Ausblick auf die Stadt hat man von der Moschee Jamaa Bouzzafer. Diese befindet sich etwa 1,5 km außerhalb der Stadt und vor allem zum Sonnenuntergang ist dieser Ort einfach magisch.


Unser Fazit für drei Monate Marokko

Die Landschaft und vor allem Vielseitigkeit Marokkos hat uns mehr als einmal den Atem geraubt und für uns war das Land perfekt um dem kalten Winter zu entfliehen. Vor allem die Erfahrung für vier Tage zu Fuß durch die Wüste zu wandern hat uns enorm geprägt und war einfach unbeschreiblich und einmalig. Auch das Reisen mit Hund empfanden wir als total unkompliziert und die vielen Schauergeschichten von denen man online so liest können wir absolut nicht bestätigen. Wir würden in jedem Fall empfehlen bereits Ende Oktober einzureisen, da wir zu der Zeit viele der Plätze noch ganz für uns alleine hatten. Ab Mitte Dezember wurde es vor allem an der Küste extrem voll und es war schwierig einsame Orte zu finden. Wir werden jedenfalls ganz bestimmt nochmal wieder kommen.

Wohnmobil mit zwei Personen und Hund in den Bergen Marokkos

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