5 Tage Allgäu im Van

Unsere Faszination für Berge und Seen hat uns in den letzten Jahren regelmäßig in Richtung Süden geführt. Das Allgäu im südlichen Teil Deutschlands ist zum Wandern und auch zum Fernweh stillen perfekt geeignet. Schneebedeckte Gipfel, saftig grüne Hügel, malerische Seen und idyllische Täler – im Allgäu findet man hiervon alles, inklusive frischer Bergluft und Entspannung. Aufgrund von Corona hatten Mitte Mai in Bayern noch alle Hotels und Campingplätze geschlossen und entsprechend waren selbst Orte wie das touristische Oberstdorf noch menschenleer. Wir waren für fünf Tage in dieser wunderschönen Region unterwegs und teilen mit euch unsere Highlights.





Grüntensee

Unser erster Stop war der Grüntensee im Oberallgäu. Über Park4Night fanden wir am Kletterwald einen tollen Platz um kostenlos zu Übernachten. Wir fühlten uns fast ein wenig wie auf dem Campingplatz. Der Spot direkt am See wurde von vielen weiteren Campern genutzt weil die anliegenden Campingplätze alle noch geschlossen hatten. Trotzdem war es dort wunderschön und jeder hatte genügend Privatsphäre und auch Platz um Tisch und Stühle aufzustellen. Tagsüber (9 - 18 Uhr) ist der Parkplatz kostenpflichtig und in dieser Zeit können auch kostenlos die Toiletten genutzt werden. Nachdem das Wetter (noch) auf unserer Seite war, mieteten wir uns ein SUP und paddelten umgeben von traumhafter Bergkulisse über den See. Gegen Nachmittag kam dann doch das gemeldete Unwetter und wir machten es uns im Van gemütlich.





Hopfensee

Am Abend fuhren wir weiter zum Hopfensee um eine weitere Nacht mit toller Aussicht auf die Berge zu verbringen. Der Parkplatz lag zwar direkt an der Straße war aber nachts sehr ruhig und es war außer einem weiteren Camper kein Mensch weit und breit. Ganz in der Nähe gibt es eine Tourist Information mit Toiletten die von 8 - 22 Uhr geöffnet sind. Nachdem es leider noch immer geregnet hat, bestellten wir uns in der Nähe eine Pizza und verbrachten den Rest des Abends im Camper.




Hinterstein

Unser nächstes Ziel war Hinterstein bei Bad Hindelang, idyllisch gelegen mitten in den Allgäuer Alpen. Bei einer älteren Dame fanden wir ein schönes Plätzchen zum Übernachten. Hier mussten wir allerdings für 24 Stunden parken 20 Euro zahlen. Etwas übertrieben, da es weder Toiletten noch Duschen gab aber in der Umgeung fanden wir sonst keine Möglichkeit und die Dame konnte wiederum aufgrund von Corona ihr Hotel nicht öffnen, da haben wir sie natürlich gerne etwas unterstützt.



Das Bergdorf Hinterstein ist der perfekte Ausgangspunkt für Gipfeltouren. Von hier aus geht es ins Hintersteiner Tal und von dort weiter in die hochalpine Welt der Allgäuer Alpen. Wer Ruhe sucht, weit ab vom Massentourismus ist hier gut aufgehoben. In Hinterstein endet die Straße, in die Täler geht es nur zu Fuß oder mit dem Bus, der bei unserem Aufenthalt allerdings noch pausierte.





Wanderung zum Schrecksee

Hoch oben in den Allgäuer Alpen und nur durch einen steilen Bergkamm von Tirol getrennt liegt der malerische Schrecksee. 2016 wurde dieser zum schönsten Bergsee der Alpen gewählt. Trotz des schweren Aufstiegs ist die Wanderung schon lange kein Geheimtipp mehr und im Sommer muss es an einigen Tagen nur so von Bergsteigern wimmeln. Wir trafen unterwegs nur eine Hand voll anderer Wanderer, wobei der See Mitte Mai auch noch zu großen Teilen zugefroren war und es bei unserem Aufstieg wirklich eisig kalt war.


Die rund 16 km lange Wanderung führt von Hinterstein durch das Ostrachtal bis zum Elektrizitätswerk. Durch alpine Landschaft geht es von dort aus steil hinauf zum Schrecksee. Insgesamt sind 1020 Höhenmeter zu bewältigen. Im Zickzack führt der Wanderpfad höher und höher und zu allen Seiten ragen schneebedeckte Gipfel in den Himmel. Speziell zu dieser Jahreszeit ist der Aufstieg teilweise nicht ganz ungefährlich und wir kamen mehr als einmal an unsere Grenzen. Die Wege waren streckenweise extrem rutschig, vereist und unbefestigt. Nach einem letzten Aufstieg standen wir schließlich auf 1800 Metern und der Wind ist uns nur so um die Ohren gebraust. Der Blick auf den See ist wirklich atemberaubend schön aber es war so bitterkalt, dass wir nach einer kurzen Pause wieder den Rückweg angetreten sind. Rund sechs Stunden später waren wir zurück und haben erstmal einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht.




Oberstdorf

Mit Muskelkater vom Vortag ging es weiter in den bekannten Skiort Oberstdorf. Auch hier waren bis Ende Mai noch alle touristischen Einrichtungen inklusive der Bergbahnen geschlossen und es war außer einigen Campern sehr wenig los. Wir hatten noch nicht genug Bergluft geschnuppert und da auch das Wetter um einiges besser als am Tag zuvor war, machten wir uns gegen Mittag auf zur nächsten Wanderung.





Wanderung zum Guggersee

Der Guggersee ist ein kleiner Gebirgssee der Allgäuer Alpen und befindet sich auf einer Höhe von 1700 Metern. Unseren Camper stellten wir auf dem Parkplatz der Fellhornbahn ab und starteten von dort aus die Wanderung. Zunächst geht es auf einem Wiesenweg in Richtung Birgsau. Von hier geht es rechts in Richtung "Hauptstraße" ein paar Meter auf der Straße zurück in Richtung Faistenoy und schließlich über eine Brücke auf die andere Seite der Stillach. Ab hier ist der Weg ausgeschildert, wobei die angegebenen 2 Stunden Aufstieg zum Guggersee alles andere als korrekt sind. Wir würden uns schon als geübte Wanderer bezeichnen und sind meist sogar etwas schneller als angegeben. In diesem Fall jedoch waren wir eine geschlagene Stunde länger unterwegs. Tatsächlich waren wir kurz davor aufzugeben weil wir dachten wir hätten uns verlaufen, wäre uns nicht nach 2,5 Stunden ein Wanderer begegnet, der uns sagte es seien noch weitere 30 Minuten. Mit letzter Kraft mussten wir durch ein Eisfeld kraxeln bevor endlich der leuchtend grüne Guggersee erschien. Vielen Dank an den unbekannten Wanderer, ohne ihn hätten wir diesen atemberaubenden Anblick verpasst.



Die letzte Nacht verbrachten wir ca. 30 Minuten von Oberstdorf auf einem schönen Hügel bevor es am nächsten Morgen zurück in Richtung Würzburg ging.




Fazit

Das Allgäu eignet sich perfekt für einen Roadtrip mit dem Camper und um ein paar Tage dem Alltag zu entfliehen. Es bietet zu jeder Jahreszeit unzählige Möglichkeiten für Wanderbegeisterte, Seenliebhaber oder einfach nur zum Seele baumeln lassen. Beim Campen bevorzugen wir es frei zu stehen und auch das war problemlos möglich. Ohne Corona wären wir vermutlich über die Grenzen Deutschlands hinaus gefahren aber wir sind mehr als dankbar ein weiteres Fleckchen Heimatland erkundet zu haben und werden sicher wiederkommen.






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