St. Peter-Ording: Vanlife an der Nordsee

Wenn uns vor einiger Zeit jemand erzählt hat, er fährt an die Nordsee oder speziell nach St. Peter-Ording hatten wir immer sofort ein Bild von lauter Rentnern und einem Kurort vor Augen. In den letzten Jahren hat sich der Ort aber zu einer echten Trend-Destination gemausert. Es wimmelt nur so von Wassersportlern und die Anzahl an Campern ist riesig. Mit seinem 12 km langen und bis zu 2 km breitem Strand wird SPO auch oft die „größte Sandkiste Europas“ genannt. Also beschlossen auch wir für ein verlängertes Wochenende an die Nordsee zu fahren. Und was sollen wir sagen, St. Peter-Ordung ist ein echtes Schmuckstück an der Nordseeküste.



Beachmotel SPO

Campingplätze gibt es in dem beschaulichen Örtchen jede Menge, allerdings fanden wir die alle nicht sehr einladend und Wildcampen war auch keine Option, das ist nämlich verboten. Nach ein bisschen Recherche fanden wir direkt am Strand das Beachmotel“. Für 20 € bekommt man dort einen von insgesamt 7 Bullistellplätzen mit Wasser- und Stromanschluss. Beim Check-in erhält man einen Schlüssel für den Stellplatz und eine Zugangskarte für Dusche und WC. Die Plätze sind ziemlich eng und man hat nicht wirklich Privatsphäre aber wir waren dort sowieso nur zum Übernachten und fanden es eine super Alternative zum Campingplatz. Wer nicht im Van frühstücken will, kann sich im Motel ein leckeres Frühstück dazu buchen. Es gibt sogar eine Sauna die mitgenutzt werden kann, diese hatte bei unserem Aufenthalt aber leider geschlossen.




Camping auf dem Bauernhof

Unsere letzte Nacht verbrachten wir etwas außerhalb auf dem familiär geführten Bauernhof Kantorhof“. Das war natürlich Kontrastprogramm zu den engen Stellplätzen des Motels. Der Platz für die Camper liegt am Rande des Hofes und grenzt direkt an eine der Weiden. Wir waren dort ganz alleine und mussten die riesige Wiese nur mit einem Pony teilen. Um uns herum grasende Tiere und endloses Grün so weit das Auge reicht. Gezahlt haben wir 20 € (für Warmwasser muss man nochmal extra zahlen), was wir als ein bisschen zu viel empfanden, da die sanitären Einrichtungen etwas heruntergekommen waren. Trotzdem war die kleine Auszeit im Grünen schön und die Entfernung zum Strand war mit etwa 20 Minuten auch in Ordnung.

Strandparken

Direkt hinter den Dünen am Motel befindet sich die nördlichste befahrbare Stelle „Am Deich“. Die Strandparkplätze liegen mitten im Nationalpark und sind sogar Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Nachdem wir den Strand erstmal zu Fuß abgelaufen hatten und super viele Vans dort standen, konnten wir es kaum abwarten auch ganz vorne in erster Reihe zu parken.


Gesagt, getan. Was für ein verrücktes Gefühl mit dem Camper über den weichen Sand zu fahren! Liegestühle raus, Kaffee kochen, Seele baumeln lassen - sofort setzte das Gefühl von Urlaub ein. Das hielt allerdings nicht lange an, da es nach einiger Zeit zu regnen anfing und wir schleunigst zurückwollten. Das Wetter im Norden ist echt tückisch, in einem Moment noch strahlend blauer Himmel und im nächsten Moment regnet es wie aus Eimern. Kurz danach trat genau das ein, wovor wir schon vorher Bammel hatten: Wir waren im Sand festgefahren. Weiter Gas geben ist die schlechteste Idee überhaupt, man buddelt sich so nämlich nur noch weiter ein. Dem Camper neben uns ist genau das gleiche passiert und selbst mit den Sandblechen hatte er keine Chance rauszukommen. Glücklicherweise hatten wir super nette Nachbarn und nachdem die Reifen wieder freigebuddelt waren haben wir ein Auto nach dem Anderen mit wenig Gas wieder rausgeschoben.


Weil es ohne Van nur halb so schön ist am Strand, waren wir am nächsten Tag wieder mutig und sind ganz vorsichtig bis nach vorne gefahren. Von früh bis spät haben wir das Vanlife in vollen Zügen genossen und sind am Abend auch ohne Probleme wieder losgefahren. Spätestens um 22:30 Uhr muss man den Strand verlassen. Es ist zwar sehr verlockend dort zu übernachten aber es kommt wohl oft vor, dass man verscheucht wird und eine Strafe zahlen muss.



Seebrücke – Stadtteil Bad

Der Weg zum Strand führt über eine fast ein Kilometer lange Seebrücke aus Holz. Der Strand an sich ähnelt dem im Norden mit dem Unterschied, dass man hier nicht mit dem Auto hinkommt. Der Strandabschnitt ist in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof wo wir das tolle Surfer-Kaffee „Good Times“ entdeckt haben. Direkt nebenan ist noch ein Shop mit richtig coolen Klamotten. Unser bestes Fischbrötchen haben wir auch im Stadtteil Bad bei „Fisch und Mee(h)r“ gegessen.


Strand für Kitesurfer – Badestelle Böhl

Im Süden liegt der Stadtteil Böhl wo es einen weiteren kleinen Strandparkplatz gibt. Dieser ist vor allem bei Kitesurfern sehr beliebt. Hier haben wir ebenfalls einen Nachmittag verbracht und bei Ebbe eine tolle Wattwanderung im Sonnenuntergang gemacht.




Leuchtturm Westerheversand

Der Leuchtturm Westerheversand ist das Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt und schon lange kein Geheimtipp mehr. Mitten in einer Salzwiesenlandschaft ist er mit seinen zwei baugleichen Häusern ein echter Hingucker. Mit dem Auto sind es knapp 30 Minuten bis zum Parkplatz, der Leuchtturm selbst ist nur zu Fuß (etwa eine halbe Stunde) oder mit dem Fahrrad über eine schöne Wanderung zu erreichen. Wer den Turm besichtigen will, muss sich bereits am Parkplatz ein Ticket kaufen. Trotz Regen und Wind, eben typisches Nordsee-Wetter, war der Besuch des Leuchtturms ein gelungener Abschluss unseres kleinen Roadtrips.




Schon irgendwie verrückt, dass wir von Würzburg aus schneller in Italien wären als im rund 700 km entfernten St. Peter-Ording. Trotzdem sind wir froh, uns diesmal für den Norden entschieden zu haben und ein Fleckchen mehr von unserem Heimatland erkundet haben.


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