So planst du deinen Roadtrip durch Neuseeland

Jobs gekündigt, Wohnung untervermietet, Flüge gebucht - Unserer sechsmonatigen Reise stand nichts mehr im Weg. Wir hätten uns keinen schöneren Start als den im faszinierenden Neuseeland vorstellen können. In keinem anderen Land haben wir bisher diese Art von Freiheit und im positiven Sinne Einsamkeit verspürt. Jeden Tag aufs Neue waren wir von der spektakulären Natur überwältigt. In diesem Beitrag geben wir dir einen kleinen Einblick, wie du dich am Besten auf eine Reise nach Neuseeland vorbereitest, sodass du vor Ort die Schönheit des Landes in vollen Zügen genießen kannst.


Reisedauer

Immer wieder bekommen wir die Frage gestellt, was die perfekte Dauer für eine Reise nach Neuseeland ist. Wir selbst waren insgesamt drei Monate unterwegs und fanden das ziemlich perfekt. Natürlich haben wir selbst in dieser "langen" Zeit bei weitem nicht Alles gesehen aber wir kennen auch Reisende die in fünf Wochen beide Inseln erkundet haben und das auch empfehlen können. In den ersten Wochen waren wir im Nachhinein betrachtet viel zu schnell unterwegs. Wir haben meist nie mehr als eine Nacht am gleichen Ort verbracht. Irgendwann haben wir gemerkt, dass es nicht darauf ankommt möglichst viele verschiedene Orte zu besuchen, sondern lieber weniger und dafür mehr genießen. Solltet ihr nicht so viel Zeit zur Verfügung haben, würden wir uns für eine der beiden Inseln entscheiden und vielleicht lieber zu einem späteren Zeitpunkt nochmal die zweite Insel. Einkalkulieren sollte man außerdem auch die lange Flugzeit und die Zeitverschiebung von 12 Stunden. Ihr merkt schon, auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort.


Die beste Reisezeit

Das Wetter in Neuseeland ist sehr wechselhaft und es ist keine Seltenheit an einem Tag alle vier Jahreszeiten zu erleben. Sommer ist von Dezember bis Januar und meist regnet es dann verhältnismäßig wenig und ist im ganzen Land relativ mild. Eine Garantie für schönes Wetter hat man in Neuseeland aber eigentlich zu keiner Jahreszeit. Im Sommer ist natürlich auch Hauptreisezeit, die Kiwis haben Ferien und entsprechend steigen die Preise. Wir waren von November bis Ende Januar unterwegs und es war trotzdem von Hitze bis Schneefall alles dabei.


Im Winter (von Juni bis August) ist viel weniger los, was vor allem am Niederschlag und den Temperaturen liegt. Es gibt jedoch auch Orte, an denen es selbst im Winter relativ mild ist. Man kann ganz grob sagen: Je südlicher, desto kälter. Es bieten sich auch die Übergangsmonate an, es ist zwar etwas unbeständiger aber man kann auch durchaus Glück haben.


Fortbewegung - Auto oder Camper

Für uns stand von Anfang an fest, dass wir uns für die drei Monate vor Ort einen eigenen Camper kaufen wollen (was sich als ziemlich schwierig herausstellte). Wir haben jedoch unterwegs auch Viele getroffen, die mit dem öffentlichen Bus gereist sind, sich ein Auto gemietet haben oder sogar durchs Land getrampt sind. Riesiger Vorteil eines Van ist, dass man so an den wundervollsten Orten Neuseelands einschlafen und aufwachen kann, während man wenn man mit dem Auto unterwegs ist, vermutlich in einem Hostel oder Hotel aufwacht (außer man verbringt mal eine Nacht im Kofferraum).


Im Voraus haben wir uns lange mit diesem Thema beschäftigt und immer wieder gelesen, dass es sich ab fünf Wochen lohnt, einen eigenen Camper zu kaufen. Man muss jedoch bedenken, dass zu Beginn des Sommers Viele diese Idee haben und entsprechend nach dem Sommer die Vans schwieriger verkauft werden können, weil weniger Touristen kommen und stattdessen viele das Land wieder verlassen. Wir haben tatsächlich 1,5 Wochen lang gesucht und erst nach einem Flug und einigen Tramp- und Probefahrten unseren geliebten Bongo gefunden. Es empfiehlt sich vorab verschiedene Facebook Gruppen zu durchforsten, hierdurch fanden wir letztendlich auch unseren Camper. Auch beim Verkauf taten wir uns extrem schwer, standen zwischenzeitlich mit Schildern am Flughafen und fanden dann erst zwei Tage vor unserer Weiterreise Käufer. Dafür konnten wir den Van 1:1 für den Preis verkaufen, den wir drei Monate zuvor selbst gezahlt hatten. Es blieb also nur Sprit und ein paar kleinere Reparaturen übrig. Der Kauf/Verkauf an sich ist sehr unspektakulär, ein Gang zur Post, ein paar Formulare ausfüllen und schon hat der Van den Besitzer gewechselt. Wichtig ist, sich schon zu Hause einen internationalen Führerschein anfertigen zu lassen.


Einreise

In Neuseeland kann man sich bis zu 3 Monate lang ohne Visum aufhalten, was ziemlich praktisch ist. Seit 2019 muss man stattdessen allerdings spätestens 72 Stunden vor Abflug eine elektronische Einreisegenehmigung (NZeTA) beantragen, diese ist dann für zwei Jahre gültig.

Im Flieger muss außerdem die Passenger Arrival Card ausgefüllt werden, welche man bei der Einreise abgibt. Unter Anderem geht es um Fragen wie ob man Wanderschuhe oder deklarationspflichtige Ware dabeihat. Kleiner Tipp: Schmutzige Schuhe unbedingt vorher putzen. Die Neuseeländer sind bei diesem Thema sehr streng und es darf nichts eingeführt werden, dass der heimischen Vegetation schaden könnte.


Essen & Trinken

Die neuseeländische Küche ist mit der europäischen zu vergleichen und zu den Klassikern zählen, genau wie bei uns, Burger, Pizza und außerdem ganz viel Fleisch und Fisch (vor allem Fish & Chips). Teilweise habe ich mir als Vegetarierin etwas schwer getan, wobei man trotzdem immer fündig wird, es gibt eben nur nicht sooo viele Alternativen. Zu 95 % haben wir sowieso selbst gekocht, außer wir waren in einer Stadt unterwegs, dann haben wir uns auch ab und an mal was gegönnt. Als kleiner Tipp: Bei Dominos gibt es täglich Pizzen für 5 Dollar, da konnten wir das ein oder Andere Mal wirklich nicht widerstehen. In Queenstown kommt vermutlich auch keiner an Fergburger vorbei, angeblich die besten Burger ganz Neuseelands. Wir selbst waren zweimal dort und auch wenn die Schlange ewig lang ist, hat sich das Anstehen mehr als gelohnt.


Natürlich kommt man günstiger davon wenn man sich selbst versorgt, jedoch ist ein Einkauf im Supermarkt auch kein Schnäppchen und wesentlich teurer als bei uns. Wir waren meist bei PAK`nSAVE, dort gibt es immer tolle Angebote und es ist günstiger wie in den kleineren Supermärkten.


Camping

Beim Thema Camping in Neuseeland kommt vermutlich keiner an der App "CamperMate" vorbei. Hier findet man für alle drei Camping-Kategorien so ziemlich alle Plätze zum Übernachten. Die einzelnen Kategorien haben wir euch kurz zusammengefasst.

Klassischer Campground

Die klassischen Campingplätze sind kostenpflichtig und von ganz einfachem Standard bis zum Luxus-Campground ist alles dabei. Es gibt Plätze mit Strom oder ohne, in der App kann man entsprechend nach verschiedenen Kriterien bzw. Wünschen suchen (Dusche, Waschmaschine, Pool...).


DOC (Department of Conservation) Campgrounds

Als DOC kann man die Umweltbehörde bezeichnen, die sich für den Schutz der Natur einsetzt. Von dieser Behörde werden viele Campgrounds in Neuseeland betrieben und oftmals sind das auch die beliebtesten. Meist sind diese an den schönsten Orten inmitten der Natur zu finden, haben oftmals nur Plumpsklos, manche aber sogar kalte Duschen. Die Kosten belaufen sich meist zwischen 5 und 10 Dollar, weshalb sie wohl auch so beliebt sind. Wir waren ebenfalls zu 80 Prozent auf DOC-Plätzen gestanden und haben sie geliebt.


Freedom Camping Wildcampen ist in Neuseeland nur möglich, wenn der Camper gewisse Voraussetzung erfüllt. Heißt, nur Vans die komplett autark stehen können erhalten die sogenannte "self contained" Plakette. Ein Hauptgrund hierfür ist, dass auf den Plätzen meist keine Toilette vorhanden ist. Kriterien für die Plakette sind, dass die Frischwasserversorgung für mindestens drei Tage gewährleistet sein muss, es wird ein Kanister für Abwasser benötigt und man braucht eine Toilette. Die Plakette erhält man in Form eines Aufklebers und dieser ist vorne in der Windschutzscheibe anzubringen.


Sandflies

Von den nervigen Sandfliegen wird vermutlich jeder vorher schon so einiges lesen, es gibt sie nämlich im ganzen Land. Ganz besonders aber in der Nähe vom Wasser. Auch wenn sie nicht gefährlich sind, jucken die Bisse höllisch und schwillen teilweise auch heftig an. Es empfiehlt sich auf jeden Fall morgens und abends lange Kleidung und evtl. ein Moskito-Spray.


Route

In den drei Monaten waren wir sowohl auf der Nordinsel als auch auf der Südinsel unterwegs. Hierfür haben wir jeweils einen separaten Beitrag mit detaillierter Route und unseren Highlights verfasst. Wir waren zuerst auf der Nordinsel und im Anschluss auf der Südinsel, die Strecke lässt sich jedoch auch umgekehrt fahren.


Kosten

Eines gleich vorweg: Neuseeland ist kein günstiges Reiseziel. Das liegt zum Einen an den meist teuren Flügen (deshalb je länger der Aufenthalt, desto besser) und die Preise im Land selbst sind auch ziemlich hoch. Bezahlt wird mit dem Neuseeland-Dollar (NZD). 1 NZD entspricht in etwa 0,60 EUR. In Neuseeland wird fast ausschließlich mit Kreditkarte bezahlt, deshalb sollte man sich schon im Voraus bzgl. Gebühren der eigenen Bank informieren. Wie teuer der Trip letztendlich wirklich wird, hängt natürlich von den eigenen Ansprüchen ab aber auch von der Art der Fortbewegung, Unterkünften, Verpflegung und Sehenswürdigkeiten, die man besichtigen möchte. Wir haben euch unsere Kosten zusammengefasst, wobei dabei zu beachten ist, dass es sich um die Kosten für zwei Personen handelt und wir die Flüge außen vor ließen, da wir ein Paket mit flexiblen Weiterflügen gebucht hatten.



KOSTEN