Ho Chi Minh & der Süden Vietnams

Ho Chi Minh

In der Stadt gibt es 6 Millionen Roller und dementsprechend ist eine der ersten Herausforderungen zwischen all dem Gewusel über die Straße zu kommen. Am Anfang waren wir noch zögerlich aber mit der Zeit heißt es einfach nur Augen zu und durch. Die Fahrer schlängeln sich schon irgendwie an einem vorbei.​ Man muss sich definitiv auf turbulente Tage in der Stadt einstellen denn es gibt hier kaum ein ruhiges und beschauliches Örtchen. Entweder man liebt oder hasst die Stadt. Wir waren ehrlichgesagt nach drei Tagen Happy als es weiter Richtung Mekong Delta ging und wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen konnten.


Unterkunft

Übernachtet haben wir im The Like Hostel & Cafe welches super zentral im District 1 lag. Von hier konnten wir quasi alles zu Fuß erreichen. Wir waren im gemischten 10er Dorm und das einzig negative war, dass es nur eine Dusche & Klo gab. Aber irgendwie arrangiert man sich ja immer. ​Auf der Dachterrasse des Hostel wird jeden Morgen ein leckeres, frisches Frühstück zubereitet. Es gibt Kaffee, Eier, Nudeln, Pancakes, frisches Obst... Also nicht das klassische Frühstück mit Toast und Marmelade was man normalerweise im Hostel bekommt. Noch dazu hat man eine tolle Aussicht und auch am Abend ist es schön dort zu sitzen.​ Die Mitarbeiter dort sind super nett und kompetent und halfen uns bei allen Fragen wo es nur ging, speziell bei der Planung unserer Weiterreise.

Sightseeing

Wir starteten unsere Sightseeingtour mit dem Ben Thanh Market. Das ist der größte Markt von Saigon und von Taschen, Schuhen, Kleidung, Accessoires über Gewürze und Restaurants gibt es dort einfach alles. Wer hier nicht findet was er sucht, der wird es auch sonst nirgends in der Stadt bekommen.


Unser nächstes Ziel war das Kriegsmuseum, welches in erschütternder Weise die Verbrechen und Grausamkeiten des Vietnamkriegs zeigt. Im Außenbereich konnte man z. B. in die Tiger Caves (Gefängnisse) oder sich Flugzeuge, Panzer und Raketen anschauen. Im Inneren des Museums befinden sich in verschiedenen Themenräumen hunderte von Fotos und Berichte die den Krieg und die Auswirkungen des Agent Orange dokumentieren. Die Bilder der Verstümmelungen und Dioxinopfer sind nichts für schwache Nerven und Daniela musste unter Tränen den Rundgang abbrechen weil es ihr einfach zu viel wurde. Die eigenen "Probleme" kamen einem plötzlich völlig

lächerlich vor.

Mit etwas gedrückter Stimmung sind wir nach dem Museum zum Cafe Apartment in der Walking Street gelaufen. Schon von außen ist das Gebäude ein echter Hingucker. In dem 9-stöckigen Haus gibt es hippe Cafés, Modeboutiquen und coole Restaurants so weit das Auge reicht. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht weil es von Stock zu Stock ausgefallener und stylischer wurde. Gelandet sind wir in einem total verrückten Steakhaus und haben dort was gegessen und uns etwas ausgeruht.



Auf dem Rückweg sind wir noch bei der Kathedrale Notre Dame vorbei. Die Kathedrale ist eines der Wahrzeichen der Stadt, wurde 1883 erbaut und ist mit seinen zwei 58 Meter hohen Glockentürmen eine große Touristenattraktion.

Essen & Trinken

In der Stadt sieht man an jeder Straßenecke kleine Hocker auf denen fast nur Einheimische sitzen und dort Essen oder Trinken. Hier kann man am Besten in die vietnamesische Kultur eintauchen und sich am Abend auf ein Bier dazugesellen. Auch wenn kaum ein Wort Englisch gesprochen wird ist man trotzdem immer Willkommen.​ Abends gibt es auch in der Nähe des Ben Thanh Marktes mehrere Stände an denen Streetfood angeboten wird.​Unbedingt probieren solltet ihr die Suppe Pho, die es aber meist nicht als vegetarische Variante gibt. Lecker sind auch die Gerichte auf dem heißen Stein. Man bekommt Garnelen, Hühnchen oder Rind und kann es selbst grillen. Dazu gibt es Gemüse und Reis.


Weiterreise

Von Ho Chi Minh sind wir für 4€ mit Futa weiter Richtung Mekong Delta gefahren. Das Busunternehmen ist mit seinen orangefarbenen Bussen bekannt in Vietnam und auch wenn wir einiges negatives darüber gelesen haben hat bei uns alles super geklappt.​ Die Fahrt nach Can Tho hat vier Stunden gedauert und wir wurden von der Bushaltestelle mit Mini-Bussen direkt zu unserem Hostel gefahren. Wir können Futa absolut weiterempfehlen.




Mekong Delta

Das Mekong Delta befindet sich im Südwesten von Vietnam und umschließt eine Fläche von ca. 39.000 qm2. Mit seinen unendlich vielen Flussarmen mündet der Mekong hier in das Südchinesische Meer.

Es gibt unfassbar viele Anbieter die Touren ins Mekong Delta anbieten. Viele starten in Ho Chi Minh als Tages- oder Mehrtages Touren aber es gibt auch die Möglichkeit auf eigene Faust mit dem Bus zu fahren und direkt vor Ort was zu buchen. Wir wollten etwas flexibler sein und entschieden uns für die zweite Variante. Von Ho Chi Minh sind wir mit Futa-Bus nach Can Tho gefahren und haben uns für zwei Nächte ein Hostel gebucht. Aufgrund der guten Bewertungen entschieden wir dort die Tour zu buchen und waren mehr als begeistert!



Unterkunft

Ursprünglich wollten wir in einem der Homestays, also in einer Gastfamilie, übernachten. Dort bekommt man richtig den Alltag der Familien mit und abends wird oft zusammen in einer geselligen Runde gekocht. Leider waren wir etwas zu spät dran und mussten deshalb doch ins Hostel.


​Mit dem Casa Inn Hostel waren wir aber mehr als zufrieden. Das Personal war wahnsinnig freundlich, es gab ein kleines, leckeres Frühstück mit dem besten vietnamesischen Kaffee, alles war super sauber und die Tour ins Mekong Delta war auch weltklasse. In der Lobby bekommt man sogar zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlose Limonade zubereitet und teilweise sogar frisches Obst.​ Ganz in der Nähe befindet sich der Nightmarket wo wir das leckerste Seafood seit langem gegessen haben. Man sucht sich einen ganzen, frischen Fisch aus und kann zuschauen wie er zubereitet wird. Dazu gibt es Reis mit Gemüse und ein kühles Bier. Dort waren wir an beiden Abenden weil es einfach nur köstlich war. Ansonsten hat die Umgebung nicht wirklich viel zu bieten aber wir hatten auch gar nicht die Zeit uns dort viel anzuschauen.

Mekong Delta

Nachdem wir von so vielen Anbietern gehört und gelesen hatten und mit der Auswahl etwas überfordert waren, entschieden wir uns die Tour für je 25$ bei uns im Hostel zu buchen.​ Um 5 Uhr wurden wir und drei andere von unserem Guide Lam am Hostel abgeholt und sind mit dem Taxi zum Hafen gefahren um dort in ein kleines Holzboot umzusteigen. Mehr Leute kamen auch nicht mehr also waren wir eine kleine, individuelle Gruppe und konnten unseren Guide den ganzen Tag mit Fragen löchern.​ Unser erstes Ziel war der Floating Market wo schon nach kurzer Zeit ein Händler-Boot an unserem Boot anlegte und jeder eine Suppe zum Frühstück bekam. Danach waren wir bei einer Reisnudel-Fabrik und in einem Fruchtgarten. Die beiden Stops waren schon etwas touristisch aber es war trotzdem auch ganz interessant.​



Als nächstes sind wir nochmal über einen kleineren Floating Market gefahren und wer wollte konnte frische Ananas oder Mangos kaufen. Die restliche Zeit saßen wir in unserem Kanu und fuhren durch Kanäle mitten im Jungle wo weit und breit kein anderes Boot zu sehen war. Wir kamen an den Häusern auf Stelzen der Einheimischen vorbei und konnten etwas deren Alltag beobachten. Wie so oft in Asien waren wir allerdings von dem vielen Müll schockiert, der rechts und links von uns im Wasser geschwommen ist. Sogar ein totes Schwein ist an uns vorbei getrieben. Echt erschreckend wenn man bedenkt, dass die Vietnamesen sich in genau dem Wasser auch waschen.​ Nach sieben Stunden waren wir zurück im Hostel und wurden mit jeder Menge Obst und Getränken begrüßt. Wir mussten noch unsere Weiterreise nach Mui Ne organisieren und haben uns dann einen ausgiebigen Mittagsschlaf gegönnt.




Mui Ne

Als wir mit dem Bus gegen Abend in Mui Ne ankamen haben wir uns, ohne übertreiben zu wollen, wie in Russland gefühlt. Der Grund ist das dort bis zu 80 % der Touristen aus Russland stammen und man dementsprechend selbst von den Kellnern im Restaurant auf Russisch angesprochen wird.​ Teilweise war das recht nervig und wir haben uns in der Stadt auch nicht wirklich wohl gefühlt. Die roten und weißen Sanddünen waren aber der eigentliche Grund warum wir in Mui Ne einen zweitägigen Stop eingelegt haben und der Ausflug dorthin hat sich auch definitiv gelohnt.



Unterkunft

Wie vermutlich die meisten Backpacker haben wir uns im Mui Ne Hills Budget einquartiert. Das Hotel liegt auf einem Hügel und bis wir mit unseren Backpacks dort oben ankamen waren wir gut ausgepowert. Man kann zwischen verschiedenen Zimmerkategorien wählen und wegen der günstigen Preise haben wir uns mal wieder ein Doppelzimmer gegönnt. Es war kein Highlight aber völlig ausreichend.​ Direkt vor unserem Zimmer hatten wir einen Pool an dem wir die meiste Zeit völlig alleine waren. Wer mehr Action will geht besser an den Hauptpool, dort gibt es den ganzen Tag Trinkspielchen und man lernt schnell neue Leute kennen. ​In der Nähe gibt es einige ganz leckere Restaurants und Reisebüros wo wir auch unseren Trip in die Sanddünen gebucht haben.


Die Sanddünen

Um 3:45 Uhr klingelte der Wecker. So früh sind wir wohl noch nie aufgestanden! Gegen halb fünf wurden wir mit einem Jeep abgeholt und es ging zum ersten Stop, den weißen Sanddünen. Man hatte die Wahl entweder hoch zu den Dünen zu laufen oder sich für eine unverschämte Summe von einem Quad rauf fahren zu lassen. Natürlich haben wir uns für laufen entschieden und kamen grade noch rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben an. Die Stimmung war super schön und wir konnten tolle Fotos schießen.​ Dann weiter zu den roten Sanddünen. Auch wenn es noch sehr früh am Morgen war kamen wir schon ordentlich ins schwitzen. Hier hatte man die Möglichkeit zum Sandboarden aber die Pisten sahen nicht sonderlich spektakulär aus. Außerdem hatten wir nur 30 Minuten Zeit und sind lieber etwas durch die Dünen gelaufen und haben die Ausblicke genossen.



Fishing-Village

Anschließend ging es noch zum Fishing-Village. Die meisten machen hier nur ein Bild von den schönen, bunten Schiffchen im Wasser und der tollen Aussicht aber wir sind runter ans Meer und haben uns das Treiben aus der Nähe angeschaut. Es hat im Sand, in Netzen und Schüsseln nur so gewimmelt von allen möglichen Meeresbewohnern (Fische, Krebse, Aale, Garnelen...) Überall saßen Einheimische die den frischen Fisch gewaschen oder ausgenommen haben und es kamen immer mehr Boote um noch mehr gefangene Beute an Land zu bringen. Man musste aufpassen nicht irgendwo drauf zu treten und dieser penetrante Geruch von frischem Fisch am frühen Morgen war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und wir sind froh das Ganze nicht nur von oben beobachtet zu haben.



Fairy Stream

Als letztes sind wir noch zum Fairy Stream gefahren - ein kleiner Fluss, der sich durch Sanddünen und Felsen schlängelt. Wir sind barfuß durch das sandige Flussbett gelaufen und kamen uns teilweise vor als wären wir mitten im Grand Canyon. Leider hatten wir wieder nur 30 Minuten und konnten nicht die gesamte Strecke laufen. Hier hätten wir gerne etwas mehr Zeit verbracht.



Gegen halb neun waren wir wieder zurück und alles in allem war es ein schöner Ausflug den wir für nicht mal 6 € definitiv empfehlen können. Für die Morgenmuffel unter euch gibt es noch die gleiche Tour am Abend mit Sonnenuntergang!


Kitesurfen

Ursprünglich wollten wir in Mui Ne auch einen Tag am Meer verbringen und evtl. Surfen gehen. Daraus wurde allerdings nichts! Zum Einen war der Strand alles andere als schön und zum Anderen war es so was von windig das es einem den Sand nur so um die Ohren gehauen hat. Für Kitesurfer ist es aber das wahre Paradies. Von Anfängern bis hin zu den Profis war im Wasser so einiges los und jeder wollte zeigen was er kann (oder nicht kann). Wir haben uns das Spektakel einige Zeit angeschaut, entschieden uns dann aber doch für den ruhigen Pool am Hotel.​ Wer Kitesurfen aber schon immer mal ausprobieren wollte ist hier sicher an der richtigen Adresse. Man kann Einzelstunden oder auch etwas günstigere Gruppenstunden buchen.


Fazit nach 2 Nächten Mui Ne: Als Zwischenstop ist es definitiv zu empfehlen. Eventuell könnte man die Tour auch auf eigene Faust mit dem Roller machen um z. B. am Fairy Stream etwas mehr Zeit zu verbringen. Wie man in dem Örtchen eine Woche oder mehr verbringen kann verstehen wir allerdings nicht. Wir haben uns danach riesig auf die nächste Stadt Hoi An gefreut, in die wir uns innerhalb kürzester Zeit verliebt hatten.



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