• Daniela

Highlights der Türkei im Campervan

Je näher wir mit unserem VW LT 28 in Richtung griechisch/türkische Grenze kamen, desto nervöser und aufgeregter wurden wir. Endlich war es so weit, wir verlassen die EU und das mit unserem eigenen Campervan. Man sollte nicht meinen das wir in den letzten Monaten bereits zig Grenzübergänge hinter uns gebracht haben aber der hier war eben doch was Besonderes. Letztendlich ging wie immer alles ganz wunderbar und reibungslos und dem Abenteuer Türkei stand nichts mehr im Weg. Wir haben für euch all unsere Highlights dieses atemberaubend schönen Landes zusammengefasst und erzählen euch außerdem, warum die Türkei für immer einen ganz großen Platz in unserem Herzen bekommen hat.


VW LT 28 Kastenwagen am Vulkankrater in der Türkei | Vanlife Asien

Allgemeines und Papierkram für die Einreise in die Türkei


Einreise mit dem eigenen Fahrzeug

Für die Einreise in die Türkei wird ein noch sechs Monate gültiger Reisepass benötigt und zum Zeitpunkt unserer Einreise noch die entsprechenden C Dokumente und es musste außerdem zuvor ein elektronisches Einreiseformular ausgefüllt werden. Wie immer empfehlen wir vor der Einreise die aktuellen Bestimmungen hierzu auf der Seite des Auswärtigen Amtes nachzulesen. Außerdem wird der Fahrzeugschein gebraucht und sollte der Fahrzeughalter abweichend vom Fahrer sein ggfs. auch eine beglaubigte Vollmacht inkl. einer Ausweiskopie von diesem. Bereits vor der Einreise solltet ihr auf der ehemals grünen Versichertenkarte (wird ebenfalls zur Einreise benötigt) prüfen, ob eure KFZ Versicherung die Türkei (europäische UND asiatische Seite) abdeckt. Falls dies nicht der Fall ist, kann notfalls auch direkt an der Grenze eine Versicherung abgeschlossen werden.


Visa für die Türkei

Für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen ist für deutsche Staatsbürger das Visa on Arrival möglich. Es gibt die Möglichkeit dieses bis zu einem Jahr zu verlängern, was jedoch mit jeder Menge Bürokratie verbunden ist. Deshalb sollte man sich hierum möglichst frühzeitig kümmern.


Das türkische Mautsystem HGS

Nicht zum ersten Mal auf dieser Reise hat uns das "Ü" im Kennzeichen beim Thema Maut fast auf die Palme gebracht. In der Türkei war es aber ganz besonders umständlich und bis zum letzten Tag wussten wir nicht genau was im System bei uns hinterlegt wurde. Für die türkischen Autobahnen sowie den Bosporus-Tunnel und diverse Brücken wird eine streckenabhängige Maut erhoben. Für die Bezahlung werden zwei Varianten angeboten, als Tourist bietet sich der HGS-Klebestreifen für die Windschutzscheibe an weil andernfalls ein türkisches Konto benötigt wird. An den Mautstationen wird der Streifen gescannt und der Betrag wird (wenn alles funktioniert) direkt vom HGS Konto abgebucht. Den Klebestreifen bekommt man bei der türkischen Post (PTT), dort kann auch das Konto aufgeladen werden. Es ist insgesamt bis zu 7 Tage nach dem Überfahren einer Mautstation möglich das HGS Konto anzulegen, andernfalls werden bei der Ausreise wohl Gebühren um ein Vielfaches erhoben. Es gibt auch die Möglichkeit online oder über eine App das Guthaben abzufragen, was bei uns aber vermutlich wegen dem Ü nie zuverlässig funktioniert hat. Manchmal hat die Ampel beim Mautübergang grün geblinkt und manchmal rot, dann hatten wir aber immer Glück und konnten am Schalter direkt bar bezahlen obwohl wir uns sicher waren noch Geld auf dem Konto zu haben. Letztendlich hatten wir aber bei der Ausreise keine Schulden, wissen aber bis heute nicht genau ob unser Kennzeichen mit Ü oder UE registriert wurde. Im Nachhinein betrachtet wäre das HGS Konto auch gar nicht nötig gewesen weil wir immer auch die Möglichkeit gehabt haben direkt an der Mautstation zu zahlen aber da gehen die Meinungen auseinander.


Unsere Route für 2,5 Monate Türkei


Überquerung des Bosporus - Ankunft in Asien

Nachdem das Wetter Ende Februar im Norden der Türkei noch richtig eisig war, entschieden wir uns Istanbul erstmal nicht anzusteuern und relativ zügig in den Süden zu fahren. Direkt am ersten Tag ging es also für uns über den Bosporus nach Asien. In Kilitbahir gibt es eine Fähre an der man den Bosporus überqueren kann und nur ein paar Minuten später in Canakkale rauskommt. So spart man sich einige km um in den Süden zu kommen. Für die Fähre haben wir umgerechnet 8 Euro gezahlt.


Izmir - Die Perle an der Ägäis

Unser erstes Ziel war Izmir, mit 4,4 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Türkei. Izmir liegt wunderschön an der Ägäisküste und seit Jahrtausenden wird die Stadt wegen dem riesigen Hafen auch "Tor zur Welt" genannt. Nachdem Freistehen in Städten immer eher schwierig ist, entschieden wir uns für den Stellplatz etwas außerhalb, westlich der Stadt. Für 10 Euro hatten wir so einen sicheren Schlafplatz und außerdem eine heiße Dusche. In unmittelbarer Nähe vom Campingplatz gibt es außerdem die für die Türkei bekannten riesigen Shopping Malls, Baumärkte & Co. In der Stadt selbst haben wir uns wie immer wenn wir in Städten unterwegs sind ein bisschen durchgefuttert und können hier besonders das Yasam Vegan Cafe empfehlen. Ansonsten haben wir uns einfach etwas treiben lassen und ein bisschen Vintage Shopping gemacht, die Klassiker eben.



Die weißen Terrassen von Pamukkale

Pamukkale (auch genannt Baumwollburg) wird für uns wohl immer der besonderste Ort der ganzen Türkei sein. Hier fanden wir nämlich unseren Seelenhund Maja oder besser gesagt sie fand uns und wir sind seit dem zu dritt unterwegs. Vielleicht schreiben wir hierzu mal noch einen gesonderten Beitrag, das würde jetzt absolut den Rahmen sprengen:) Wir standen insgesamt fast eine Woche in Pamukkale auf einer Wiese ganz in der Nähe des mittleren Gates. Es gibt als Eingang außerdem noch das North- und das South-Gate. Über das Mittlere gelangt man direkt auf die Kalkfelsen und muss zum Schutz der Felsen den gesamten Weg barfuß hochlaufen. Wer wie wir im Winter kommt, dem empfehlen wir mindestens 2 Paar Socken zu tragen, das Wasser in den Becken ist nämlich kalt und nicht wie wir dachten mollig warm. Der Einritt kostet ohne Audio Guide umgerechnet 7 Euro pro Person.


Was wir zuvor auch nicht wussten: Pamukkale ist die meist diskutierteste Sehenswürdigkeit der Türkei. Das liegt vor allem am Massentourismus und zum anderen an den Natursünden aus der Vergangenheit. Vor mehr als 10 Jahren durften nämlich alle Besucher die Kalkterrassen mit Schuhen betreten und damals wurde mitten durch die Terrassen eine Straße gegraben. Auf der oberen Seite wurden Hotels gebaut, die wiederum haben es mit dem Abwasser nicht so genau genommen. Die Terrassen haben sich daraufhin grau verfärbt & Pamukkale war kurz davor seinen Status als Weltkulturerbe zu verlieren. Erst nach einer Drohung der UNESCO haben die Behörden gehandelt und die Straße inkl. Hotels sind verschwunden. Seit dem darf man nur barfuß laufen und die Terrassen haben mittlerweile wieder ihre ursprüngliche Farbe. Es gibt auch nur noch eine Stelle an denen die Terrassen betreten werden dürfen, dort wo früher die Straße war wurden die Becken nämlich künstlich nachgebildet. Alle anderen Becken (ca. 2 km lang) dürfen nicht mehr betreten werden und das wird auch überwacht. Wer im Winter trotzdem baden gehen möchte kann das im Kleopatra Pool machen. Dies ist ein separater Bereich der auch nochmal extra Eintritt kostet. Hier standen früher wohl die römischen Bäder von denen aber nur noch die Grundmauern und ein paar Säulen erhalten sind. Was man allerdings mit dem Ticket noch anschauen kann ist das riesige Areal der über 2200 Jahre alten antiken Stadt Hierapolis. Es war etwas zu kalt das gesamte Gelände anzuschauen aber zumindest das alte Theater war wunderschön und auch wirklich sehenswert. Für uns war Pamukkale einfach nur magisch und wunderschön auch wenn wir unglaublich gefroren haben. Im Sommer wird die Stimmung dort wohl eine anz andere sein.



Salda Gölü - Der schönste See der Türkei

Auf dem Weg in Richtung Süden haben wir noch einen Halt am Krater See Salda Gölü gemacht. Der See liegt auf 1.180 m und wird nicht ohne Grund auch Malediven der Türkei genannt. Die Farben sind einfach nur unbeschreiblich schön und noch dazu ist der Salda Gölo sogar der fünft sauberste See der Welt und der tiefste Süßwassersee der Türkei. Die weiße Farbe am Ufer kommt übrigens nicht durch Salz sondern durch Magnesium. Rund um den See gibt es wunderschöne Plätze zum Freistehen und außer ein paar Einheimischen kommt hier wirklich keine Menschenseele vorbei.



Der Süden der Türkei


Kayaköy

Nachdem wir schon immer mal die Erfahrung in einem Tiny House machen wollten, buchten wir uns für drei Tage in Kayaköy in das Tiny house Kasaba kayaköy kumkat ein. Für ein paar Nächte fanden wir es richig toll, man hat dem Grundstück nur leider etwas angemerkt, dass noch keine Saison ist. Auch wenn zusätzlich mehrmals am Tag Stromausfall war haben wir es dort trotzdem sehr genossen. Ganz in der Nähe und zu Fuß erreichbar befindet sich die gleichnamige Geisterstadt, welche unter Touristen sehr beliebt ist und umgerechnet 80 Cent Eintritt kostet. Die Geschichte dieser Stadt ist aber ziemlich tragisch und irgendwie war es auch ein echt komisches Gefühl da durch zu laufen. Der Ort war bis 1922/23 zu Hause für ca. 20.000 Menschen von denen der Großteil ethnische Griechen waren. Der größte Teil ist heute eine Geisterstadt da die ehemaligen griechischen Bewohner hier vertrieben wurden. Das Ganze hat während den Balkankriegen und dem ersten Weltkrieg stattgefunden. Die meisten der Griechen sind dann nach Kreta geflohen und heute ist Kayaköy quasi ein Museumsdorf und die 3.500 erhaltenen Hausruinen stehen unter Dehnkmalschutz. Einerseits echt interessant was über die Geschichte zu erfahren aber andererseits auch ein Ort der einen richtig traurig macht.



Kumsal Beach

Nachdem wir diesen Strand mehr oder weniger durch Zufall über Google Maps fanden, dachten wir das muss ein echter Geheimtipp zum Campen sein. Als wir dort ankamen war aber das genaue Gegenteil der Fall. Es standen hier sage und schreibe 30 weitere Vans und wir hatten eher das Gefühl auf einem Campingplatz als an einem Strand zu stehen (und das obwohl der Platz nicht einmal in park4night steht). Nachdem wir aber nicht wirklich eine Alternative hatten, parkten wir etwas weiter am Rand und standen letztendlich auch für drei Tage da weil der Strand einfach wirklich wunderschön ist. Noch dazu gibt es direkt vor Ort eine Wasserquelle und es kommen täglich Autos vorbei die aus ihrem Kofferraum Obst, Gemüse, Gebäck und Käse verkaufen. Auch wenns absolut kein Geheimtipp ist, schön fanden wir es trotzdem. Insgesamt sind die Strände im Süden der Türkei einfach nur unbeschreiblich schön.


Türkisblauer, karibischer Strand im Süden der Türkei | Schönste Strände Antalya

Mount Chimaera - Der brennende Berg

Angeblich brennen hier seit Jahrhunderten auf einem Felsplateau an mehreren Stellen Flammen, die früher Schiffen den Weg gewiesen haben. Es handelt sich um Erdgase, die hier aus Rissen, Spalten und kleinen Löchern entweichen. Man kann sie wohl nachts sogar vom Meer aus sehen. Es gibt weiter oben noch ein weiteres "Flammenfeld" das war uns aber mit Maja etwas zu weit. Bis zum Unteren ist es ca. 1 km und man zahlt umgerechnet 1 Euro Eintritt. Auf dem Rückweg kamen uns scharenweise Leute mit riesigen Einkaufstüten entgegen. Es ist nämlich besonders beliebt über den Flammen Marshmallows zu braten. Und obwohl zig Mülleimer dastehen liegt leider unfassbar viel Müll rum. Es ist eben ein sehr touristischer Ort und wir würden sagen, wenn er auf der Strecke liegt kann mann einen Abstecher machen, extra hinfahren würden wir jedoch nicht.


Olympos Beach

Der Olympos Beach ist ein komplett naturbelassener Kieselstrand und die Wasserfarbe ist wirklich der in der Karibik sehr ähnlich. An einem kleinen Hafen kann man wunderschön und kostenlos mit dem Wohnmobil stehen. Bei uns war es leider so unfassbar windig, dass wir quasi den Campervan fast nicht verlassen konnten, weshalb wir auch nur eine Nacht blieben. Wer ganz in der Nähe Lust auf ein urbanes Café hat, dem können wir The Beaver Coffee Shop empfehlen. Hier gibt es richtig leckeren Kaffee und noch dazu unfassbar guten Cheesecake.


Göynük Canyon

Auf dem Weg nach Antalya haben wir noch eine Nacht am Göynük Canyon übernachtet. Nachdem Hunde in der Schlucht leider nicht erwünscht sind, ist Patrick alleine rein gewandert. Bis ganz nach hinten sind es etwa 2 km (Eintritt: 2 Euro). Hier entlang führt auch der erste Weitwanderweg der Türkei, der Lykische Weg. Die gesamte Strecke beträgt 540 km und führt von Fethye nach Antalya über 18 antike Städte immer entlang der Mittelmeerküste. Auf einer Fläche von 300 HA findet man im Canyon Berge, Seen, Flüsse und Wasserfälle. Es muss vor allem für Wassersport wie Canyoning das reinste Paradies sein und der Walk eignet sich perfekt für einen ausgiebigen Morgenspaziergang.


Antalya - Das Tor zur Mittelmeerküste

Es gibt immer mal wieder Momente, in denen wir gar nicht begreifen können wie weit uns unser VW LT 28 Finn schon gebracht hat. Als wir auf Antalya zugefahren sind war das einer dieser Momente und hätte uns vor Jahren Jemand erzählt, wir würden mal mit einem Kastenwagen nach Antalya fahren, hätten wir es wohl nie für möglich gehalten. Ziemlich zentral in der Stadt, direkt am Meer, fanden wir einen Platz an dem wir Übernachten konnten. Uns war zuvor gar nicht wirklich bewusst, wie schön Antalya eigentlich liegt. Meistens meiden wir Großstädte, wir hatten aber einige Besorgungen zu machen, es standen Tierarzt Besuche an und vor allem Daniela hatte was ganz Besonderes geplant.


Traditionelle Erfahrung eines Hamam

Auf der Suche nach einem richtig traditionellen und ursprünglichem Hamam bin ich auf das Lara Hamam in Antalya gestoßen. Ich versuche mal so kurz und knapp wie möglich meine Erfahrung mit euch zu teilen. Traditionell ist es so, dass Männer und Frauen getrennt voneinander gehen und im Lara Hamam gab es für Frauen auch direkt einen separaten Eingang. Hier habe ich einen Schlüssel für eine eigene Kabine bekommen, in der man sich umzieht und seine Wertsachen wegsperren kann. Hier war es so, dass man oben ohne geht und bekommt ein Tuch zum Bedecken wenn man von A nach B läuft. Zu Beginn ging es 10 Minuten in die Sauna, dann 5 Minuten ins Dampfangd ud anschließend ins eigentliche Hamam (Türkisches Bad). Hier liegt man auf warmen Steinplatten und bekommt als erstes mit einem Handschuh ein Ganzkörper Peeling. War bei mir absolut nicht unangenehm und es wurde auch regelmäßig gefragt ob alles ok ist. Da wurde wirklich ordentlich Haut runter gerubbelt und ich würde nicht empfehlen das im Sommer zu machen wenn man gebräunt ist.


Anschließend einmal sauber machen indem man mit warmem Wasser aus Schüsseln abgegeossen wird. Dann kam ein weiteres Ganzkörper Peeling in Form einer Kaffee Massage (alternativ zur Ölmassage). Dann wieder einmal sauber machen, das mit dem Kaffee war nämlich eine ordentliche Sauerei und dann kam der für mich schönste Teil, die Schaum/Seifen-Massage. Dabei wird eine Art Stoffbeutel in warmes Schaumwasser getunkt und dann in der Luft geschwenkt um ihn "aufzublasen". Der kommt dann auf die Haut und fühlt sich einfach an als wäre es Watte. Der Vorgang wird mehrmals wiederholt und dann wird der Schaum einmassiert. Am Ende wird man im Liegen komplett gewaschen inkl. Haare und wieder mit den Schüsseln abgegeossen. Danach hat man nochmal die Mölichkeit in einem separaten Hamam Raum sich selbst mit Schüsseln abzusduschen. Gezahlt habe ich am Ende umgerechnet 14 Euro plus Trinkgeld. Eine wirklich ganz besondere und authentische Erfahrungen und die Haut hat sich danach angefühlt wie ein weicher Baby Popo.



Kursunlu Wasserfall

Etwas außerhalb von Antalya, mitten in einem Naturschutzgebiet liegen mit ihrem türkisblauen Wasser die Kursunlu Waterfalls. Über einen Art Trampelpfad gelangt man zu den von Lianen und alten Bäumen umgebenen Wasserfällen die sich hier 18 Meter in die Tiefe stürzen. Der Eintritt kostet umgerechnet knapp einen Euro. Einziger Nachteil ist allerdings, dass selbst in der heutigen Zeit noch Kamelreiten und Fotos mit Papageien die kaum mehr Federn haben angeboten wird. Wir können nur jedem ans Herz legen diese tierquälenden Aktivitäten nicht zu unterstützen.


Der vulkanische Kratersee Meke Lake

Mehr oder weniger durch Zufall fanden wir einen der beeindruckensten Orte unserer ganzen Türkei Reise, den Vulkan Kegel des Meke Lake. Bis vor einiger Zeit war um den kompletten Vulkan Kegel ein See der vor etwa 4 Millionenn Jahren bei einem Vulkanausbruch entstand. Vor ca. 9.000 Jahren bildete sich bei einem zweiten Ausbruch ein weiterer Vulkankegel im inneren des Sees. Wir standen dort drei Tage komplett alleine, dieser Ort scheint wohl wirklich noch ein kleiner Geheimtipp zu sein. Speziell morgens, wenn der Kegel fast komplett im Nebel steckt und am Abend, wenn sich mit ein bisschen Glück alles rot einfärbt, ist die Stimmung dort einfach nur magisch.


Der Salzsee Tuz Gölü

Der Tuz Gölü ist der zweitgrößte See der Türkei und mit 33 % Salzgehalt einer der salzhaltigsten Seen der Welt (sogar salzhaltiger als das Tote Meer in Israel). Nach dem Sommer ist der See oft komplett ausgetrocknet und man kann auf der Salzkruste laufen, als wir da waren hatte der See allerdings relativ viel Wasser. Durch eine spezielle Algenart färbt sich der See zu manchen Zeiten sogar komplett rosa. Tragischerweise sind letztes Jahr durch die starke Dürre dort tausende rosa Flamingos gestorben, die normal auf dem See leben (die rosa Farbe bekommen diese ebenfalls durch die Algen). Wenn man mit dem Van die Salzfabrik passiert hat man die Möglichkeit auf einer Art Damm zu fahren und mit ein bisschen Glück ist rechts und links jeweils ein riesiges Salzfeld, was ein wunderschönes Fotomotiv ist.



Kappadokien und seine Feenkamine

Kappadokien, schon so viele Jahre auf unserer Bucket List und nie hätten wir gedacht, uns diesen Traum mit unserem rollenden zu Hause zu erfüllen. Hunderte von Heißluftballons, die über den rot gefärbten Morgenhimmel schweben, mondähnliche Landschaften, Höhlenhotels und Vieles mehr erwarten einen in dieser unfassbar schönen und beeindruckenden Region rund um Göreme. Die pilzförmigen Felsformationen und tiefen Täler entstanden im Laufe der Jahre durch vulkanische Aktivität und Erosion und es ist einfach unvorstellbar, zu was unsere Natur selbst in der Lage ist. Auch wenn es sich um eines der touristischsten Fleckchen der ganzen Türkei handelt, ist Kappadokien ein absolutes Muss und wir waren in Summe ganze zwei Wochen da. Seid ihr bereit für unsere Highlights? Los gehts!


Zum Sonnenaufgang Ballons kucken

DAS Highlight von Kappadokien sind natürlich die Heißluftballons, die mit ein bisschen Glück zu Hunderten am Morgen über den Himmel und teils in den Tälern schweben. Uns war zuvor gar nicht wirklich bewusst, dass die Ballons ganz bestimmte Bedingungen (Wind, Temperatur...) zum fliegen brauchen und so konnten wir in den zwei Wochen "nur" an etwa 7 Tagen welche sehen. Der Vorteil mit Van ist, dass man immer mitten im Geschehen ist und es war keine Seltenheit, dass um uns rum zig Ballons gestartet und gelandet sind. Wir waren so nah dran, dass wir teils das Gefühl hatten selbst in einem zu sitzen. Außerdem kann man etwas länger schlafen als wenn man im Hotel untergebracht ist, die Ballons werden nämlich meist gegen 4:30 Uhr aufgeblasen um pünktlich zum Sonnenaufgang in der Luft zu sein. Besonders schön fanden wir das Erlebnis im Rose Valley, da hier kaum was los war und die Ballons direkt vor einem im Tal schweben. Aber auch im Love Valley ist es traumhaft, hier wimmelt es allerdings nur so von Foto Shootings, Heiratsanträgen und Menschen. Am besten ihr schaut in die Park4night App, hier findet man jede Menge schöner Plätze aber auch auf eigene Faust haben wir tolle Orte zum Übernachten gefunden. Freistehen ist hier wirklich das reinste Paradies.


Wandern in den Tälern von Kappadokien

Westlich von Göreme schlängelt sich das vor allem für seine besonders skurrilen Felsformationen bekannte Love Valley durch die zerklüfte Landschaft. Den Van konnten wir direkt am Eingang des Tals parken und von hier eine kleine Wanderung durch das Valley starten. Eine weitere wunderschöne Wanderung startet am sogenannten Panoramic Viewpoint und führt durch das Rose und Red Valley. Die Beschilderung fanden wir etwas verwirrend, da es unzählige Abzweigungen in alle möglichen Richtungen gibt. Darum haben wir uns einfach Treiben lassen und uns unseren eigenen Weg gesucht.


Zelve Open Air Museum

Das Höhlendorf Zelve war zur römischen Zeit besiedelt & 1953 wurde Vieles durch Erdbeben und Erosion zerstört und die Bewohner wurden umgesiedelt. Seit 1967 ist es ein Freilichtmuseum, dass sich über einfache Wanderwege und teils hügelige Stufen erkunden lässt. Rund um Göreme gibt es viele dieser Höhlenstädte und wir können absolut empfehlen eines zu besichtigen.


Die historische Töpferstadt Avanos

Seit Hunderten von Jahren stellen die Einheimischen in Avanos, einem Ort in der Nähe von Göreme, Töpfergegenstände her. Einen dieser Läden (Sultan Seramik) haben wir uns angeschaut und konnten dort ganz spontan sogar einen kleinen, kostenlosen Töpferkurs machen und Vieles über die Tradition und das Handwerk erfahren, was super interessant war. Ein kleines Souvenir durfte selbstverstädnlich auch mit.


Cave Hotel

Die Höhlen von Kappadokien wurden vor Hunderten von Jahren ausgehöhlt und damals von den Einheimischen und Mönchen als Häuser und Kirchen genutzt. Heute sind diese Felsenhäuser teilweise in Hotels umgebaut worden und in einem dieser haben wir uns für ein paar Nächte eingebucht, was ein echtes Highlight war. Beim Design Cave Suites konnten wir direkt vor der Türe parken und hatten unser Wohnmobil immer im Blick und konnten von hier aus auch direkt Göreme zu Fuß erkunden.




Die Hauptstadt Ankara & das Schrauberviertel

Wir waren eigentlich gar nicht sooo scharf darauf schon wieder in eine Großstadt zu fahren aber unser VW LT 28 hatte sich nach Tausenden Kilometern einen kleinen Wellnessurlaub mehr als verdient. Von Freunden hatten wir einen Kontakt im Schrauberviertel bekommen, der sogar Deutsch spricht und da haben wir uns kurzfristig für ein paar Tage in der Hofeinfahrt eingenistet. 6000 dieser Werkstätten gibt es wohl in Ankara, da wäre die Auswahl wirklich schwergefallen. Ölwechsel, Bremsbeläge, Zündkerzen, Vergaser reinigen, Motor einstellen und das alles zu einem absoluten Wahnsinnspreis, auch wenn mit türkischer Gemühtlichkeit. Ganz zu schweigen von der Gastfreundschaft und den unzähligen Essens- und Cay-Einladungen. Solltet ihr also auf der Suche nach einer Werkstatt sein, meldet euch gerne bei uns! Nach einem kurzen Abstecher in die Stadt ging es für uns dann aber wieder ganz schnell raus in die Natur zu einem ganz besonderen Ort!


Rainbow Mountains bei der Nallıhan Bird Sanctuary

Etwa zwei Stunden von Ankara in Richtung Istanbul befindet sich eines unserer absoluten Highlights der Türkei, die Rainbow Mountains bei Nallıhan. Die Region ist für ihr Vogelschutzgebiet bekannt, welches eines der größten der Türkei ist. So besonders machen diesen Ort aber erst die sogenannten Rainbow Mountains, die bei Sonnenschein tatsächlich schimmern wie ein Regenbogen. Bei Touristen ist dieses Fleckchen wohl noch ziemlich unbekannt, wir standen hier jedenfalls mehrere Tage ganz für uns alleine umgeben von dieser atemberaubenden Kulisse.



Der Norden - Schwarzmeer Küste & Gebirge

So langsam war es an der Zeit die Türkei zu verlassen und in Richtung Georgien aufzubrechen. Wir entschieden uns für die Route im Norden immer entlang der Schwarzmeer Küste, hatten uns zuvor allerdings nicht wirklich informiert und empfanden es als relativ schwierig schöne Stellplätze am Meer zu finden, da alles ziemlich verbaut ist.


Auf dem Weg zum Meer haben wir noch einen Halt bei Burj Al Babas gemacht, der wohl luxuriösesten Geisterstadt der Welt. Das Projekt wurde 2014 ins Leben gerufen und die Schlösser hier kosten je nach Ausführung zwischen 400.000 und 500.000 Dollar. 587 wurden gebaut, geplant waren wohl mehr als 700. 350 der Villen wurden verkauft aber einige der Käufer konnten nicht zahlen, darum hat das Unternehmen 2018 Konkurs angemeldet, seitdem ist Baustopp und es ist eine riesengroße Geisterstadt mit Stacheldraht außenrum zurückgeblieben, sodass unter anderem keiner Materialien mitgehen lassen kann.

Burj Al Babas | Disney Häuser Türkei

Vom Schwarzen Meer aus ist es auch nicht weit in die Pontischen Alpen, eine Reihe von Gebirgsketten im Norden der Türkei. Als wir dort waren war es allerdings noch relativ kalt und entsprechend hat es sogar tageweise geschneit. Somit kamen wir vor allem aufgrund der Straßenverhältnisse auch nicht wirklich weit und sind dann doch früher als geplant über die Grenze nach Georgien gefahren. Den Norden holen wir dann einfach nach wenn wir irgendwann zurück nach Europa fahren.


Reisekosten - Wie viel kosten 3 Monate Türkei?

Campingplätze, Tiny House

164 €

Spritkosten

989 €

Sightseeing

Pamukkale, Zelve open air Museum

16 €

Lebensmittel

630 €

Essen & Café

210 €

Sonstiges

Fähre Bosporus, Maut, Parken, Wäsche

60 €

Gesamt

2.069 €


Unser Fazit zur Türkei

Kaum ein Land weckt in uns so viele Gefühle wie die Türkei. Die Zeit dort hat sich für uns wie ein Stück Heimat in der weiten Ferne angefühlt. Wir haben uns nie wie Fremde gefühlt, waren immer überall herzlich willkommen und haben so unglaublich viel Hilfe & Gastfreundschaftlichkeit erfahren wie selten zuvor. Und was den Abschied für uns ein klein wenig leichter gemacht hat war der Gedanke, dass wir mit Maja auch jenseits der Grenze trotzdem für immer ein Stück Türkei dabei haben. Und all die Begegnungen finden sowieso einen Platz ganz tief in unserem Herzen. Wir freuen uns schon jetzt auf den Moment wieder zurück zu kommen.