11 Tage Roadtrip durch Slowenien

Kleines Land, große Abenteuer; so würden wir Slowenien beschreiben! Die Natur Sloweniens hat uns mehr als nur einmal den Atem geraubt: Einer der schönsten Canyons der Welt, traumhaft schöne Aussichten in den Julischen Alpen, Wildnis im Triglav Nationalpark. Aber spätestens die Wasserfarbe der Soča hat uns sprachlos gemacht. Was wir noch so alles in Slowenien erlebt haben und warum unser Roadtrip am Ende statt den geplanten drei Wochen nur elf Tage dauerte, erfahrt ihr hier.

Route

Nachdem wir vor Slowenien noch einen Abstecher in den Dolomiten gemacht haben, startete unsere Route etwas untypisch an der Küste, genauer gesagt in Piran. Von dort aus ging es einmal quer durchs Land bis wir am Ende über den Vršičpass zurück nach Hause fuhren.



Piran

Der Zugang zum Meer in Slowenien ist überschaubar: Gerade einmal 46 Kilometer ist die Küste Sloweniens lang. Klein, aber fein – denn immerhin befindet sich hier mit Piran eine der malerischsten Städtchen an der Adria. In wenigen Stunden hatten wir (fast) jeden Winkel erkundet. Die pastellfarbenen, venezianischen Häuserfassaden und die engen Gässchen haben uns komplett verzaubert. Der perfekte Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden ist der Tartiniplatz, Pirans Hauptplatz. Hier ist auch das wunderschön renovierte Rathaus angesiedelt. Von dort ist es nur ein Katzensprung in die verwinkelte Altstadt, in der man sich übrigens ziemlich schnell verlaufen kann. Durch Zufall fanden wir in einer der Gassen das "Fritolin pri Cantini", dort haben wir den leckersten Fisch seit Ewigkeiten gegessen. Südlich des Tartiniplatz befindet sich direkt der Hafen samt Uferpromenade. Dort gibt es jede Menge leckere Restaurants und Cafés mit Blick aufs Wasser. Speziell zum Sonnenuntergang ist es hier einfach nur wunderschön.


Ein Spaziergang auf der alten Stadtmauer gehört auch zum Pflichtprogramm. Ein Teil dieser ehemaligen Stadtmauer kann nämlich für 2 Euro heute noch besichtigt werden. Von dort oben hat man einen traumhaften Panoramablick über die Halbinsel. Die Stadtmauer ist zu Fuß in etwa 10 Minuten vom Zentrum zu erreichen.


Unser Highlight jedoch war der Ausblick vom Kirchturm von St. Georg. Nach oben kommt man über eine steile, wunderschön restaurierte Holztreppe. Der Eintritt kostet auch hier 2 Euro pro Person. Besonders schön muss es dort zum Sonnenuntergang sein, wenn die Sonne hinter der Stadt im Meer untergeht.



Parken mit Camper ist in Piran übrigens etwas schwierig. Wir hatten Glück und sind versehentlich etwas außerhalb auf dem Parkplatz eines Hotels gelandet und durften dort für 5 Euro den ganzen Tag parken.


Höhlen von Postojna und Höhlenburg Predjama

Auf dem Weg in Richtung Hauptstadt machten wir noch einen kurzen Abstecher bei den Postojna Höhlen und der Höhlenburg Predjama, die nur einen Katzensprung von den Höhlen entfernt ist. Mitten im Karstgebiet befinden sich die zweitgrößten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Das gesamte Höhlensystem ist 24 Kilometer lang. Zuerst fährt man 2 km mit dem Höhlenzug, dann geht es zu Fuß weiter mit der Besichtigung der Russischen Brücke bis zum berühmtesten Tropfstein und Symbol der Höhle von Postojna - dem Brillanten. Zurück geht es dann wieder mit dem Zug. Mit 26 Euro pro Person ist der Eintritt nicht ganz günstig und wir würden die Höhlen vermutlich kein zweites Mal besichtigen. Wer jedoch zuvor noch nie in einer solchen Art von Höhle war, für den ist es sicher sehr spannend und interessant.



Predjama ist die größte Höhlenburg der Welt. In der 123 Meter hohen senkrechten Felsenwand thront ein über 800 Jahre altes mittelalterliches Wunder. Wer in der Gegend ist, sollte sich die Burg zumindest von außen mal anschauen.



Ljubljana

Auf dem Weg in die slowenische Hauptstadt goss es wie aus Eimern und wir beschlossen erstmal auf einen Bauernhof zu fahren, der uns in der Nähe von Ljubljana empfohlen wurde. Auch wenn es dort nur kaltes Wasser gab, genossen wir unsere erste Dusche seit Tagen in vollen Zügen. Wir wurden so herzlich mit Kaffee und lauter Leckereien begrüßt, genau das was wir zu dem Zeitpunkt brauchten. Leider war kein besseres Wetter in Sicht und wir beschlossen den Van stehen zu lassen und mit dem Zug in die Stadt zu fahren.


Das Wahrzeichen Ljubljanas ist die Drachenbrücke. Ihren Namen hat sie von den riesigen Drachen erhalten, die zu beiden Seiten der Brücke wachen. Auch ein Besuch der Burg darf natürlich nicht fehlen. Wir entschieden uns für einen der vielen Wanderwege, die nach oben führen und die Aussicht von dort auf die Stadt war ein absolutes Träumchen. Für gewisse Abschnitte der Anlage muss man Eintritt zahlen, ansonsten kann man die Burg jedoch frei erkunden.


Unser Highlight war das alternative Viertel Metelkova, welches nur wenige Gehminuten außerhalb der Altstadt liegt. Dort haben sich viele Designer, Künstler und Upcycler niedergelassen und die Häuserfassaden mit Streetart verziert. Am Wochenende finden in Metelkova häufig Live-Konzerte und Partys statt. Da wir fast den ganzen Tag mit Schirm in der Hand verbrachten, gibt es von Ljubljana leider nur ein paar wenige Bilder von kurzen, regenfreien Momenten.



Lake Bled

Nach einer weiteren Nacht mit Dauerregen auf dem Bauernhof ging es für uns weiter zum malerischen Lake Bled. Dieser liegt nur knapp 40 Minuten Fahrzeit vom Zentrum Ljubljanas entfernt und ist mit der winzig kleinen Insel mitten im See wohl eines der berühmtesten Fotomotive ganz Sloweniens.


Es gibt zwei bekannte Aussichtspunkte, von denen man einen tollen Blick auf den See hat: Ojstrica und Mala Osojnica. Wir entschieden uns für den etwas höher gelegenen Mala Osojnica. Die nächste Parkmöglichkeit befindet sich direkt am Campingplatz Bled (sehr teure 3 Euro pro Stunde). Von der Hauptstraße aus gelangt man auf einen schmalen Waldweg, der recht steil nach oben führt. Zu Beginn gibt es auch noch einige Wegweiser, weiter oben leider nicht mehr. Der Aufstieg hat es echt in sich und ist teilweise auch ziemlich anstrengend. Noch dazu war der Boden wegen Dauerregen stellenweise ziemlich matschig und es empfiehlt sich definitiv festes Schuhwerk. Oben angekommen wird man aber mit traumhafter Aussicht belohnt und wir hatten einen wunderschönen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen.



Wieder unten angekommen mussten wir unbedingt die an jeder Ecke angepriesene Bleder Cremeschnitte „Kremšnita“ testen. Es wimmelt im ganzen Ort nur so von Cremeschnitten und es gibt wohl kein Café, welches die regionale Spezialität nicht anbietet. Unser Fazit: eine absolute Kalorienbombe aber nach dem anstrengenden Aufstieg genau das Richtige!



Lake Bohinjsko

Ganz in der Nähe vom Lake Bled, ca. 30 Autominuten entfernt, liegt der "Bohinjsko Jezero" (Wocheiner See). Dort verbrachten wir zwei Tage auf einem schnuckeligen Campingplatz. Der Lake Bohinjsko ist ursprünglicher und wesentlich weniger besucht als Lake Bled. Wir hatten Glück und ergatterten einen Platz direkt am Wasser, das war einer der Gründe weshalb wir direkt entschieden zwei Nächte zu bleiben. Ein weiterer Grund war Kälte und Dauerregen. Hier konnten wir zumindest einmal am Tag warm duschen und uns etwas aufwärmen, Wäsche waschen und in allen Decken die wir hatten eingemummelt raus aufs Wasser schauen. Wir nutzten jede kleine Regenpause um ein bisschen am See spazieren zu gehen, ganz in der Nähe gibt es auch einen schönen Wasserfall und einige Wanderungen.



Soča Valley

Aufgrund des schlechten Wetters waren wir auf unserer Route viel schneller unterwegs als geplant und kamen schon nach wenigen Tagen im Soča Valley an, dem Highlight unserer Reise. Die Region um das Soča Tal ist wohl eine der Schönsten in ganz Slowenien. Bekannt ist diese vor allem für ihren smaragdblauen Fluss, die Soča. Diese entspringt in den Julischen Alpen im Norden Sloweniens, bahnt sich dann ihren Weg Richtung Süden und fließt schließlich in Italien ins Meer. Dabei schlängelt sich die Soča durch atemberaubende Landschaften, grüne Täler und enge Schluchten. Wir hatten schon etwas Bedenken, dass der Fluss aufgrund des vielen Regens nicht mehr so schön blau ist aber das war zum Glück nicht der Fall. Die kommenden Tage war sogar ein bisschen Sonne gemeldet und wir konnten es kaum erwarten wieder in den Erkundungsmodus zu wechseln. Entlang der Soča gibt es so viele wunderschöne Dinge zu erkunden: rauschende Wasserfälle, tiefe Klammen, schwindelerregende Hängebrücken. Ein richtiges Paradis für Outdoor-Fans. Die komplette Region liegt im Triglav-Nationalpark und entsprechend ist Wildcampen verboten. Allerdings gibt es viele wundervolle kleine Campingplätze und Bauernhöfe, die auch alle in der App Park4Night zu finden sind (z. B. Kamp Toni, Camp Soca). Wir haben euch unsere Highlights im Soča Tal zusammengefasst, wobei selbst die Fahrt entlang des Flusses schon ein Highlight für sich ist.



Tolmin Klamm

Die Tolmin Schlucht wurde von zwei Flüssen geformt und ist die wohl schönste und auch bekannteste Klamm in der Region. Bei der ca. einstündigen Rundwanderung kann man einen Großteil der Klamm erkunden und kommt unter anderem vorbei an Thermalquellen und riesigen Steinformationen. Der Eintritt beträgt 6 Euro pro Person.



Slap Kozjak

Unser nächster Stopp war der malerische Kozjak Wasserfall, welcher sich ganz in der Nähe der Ortschaft Kobarid befindet. Der Eintritt kostet 4 Euro pro Person und man erreicht den Wasserfall über eine schöne Wanderung. Wirklich mystisch und beeindruckend, wie die Wassermassen sich rund 15 Meter in ein malerisches türkisblaues Becken stürzen.



Velika Korita (große Soča Tröge)

Die Velika Korita sind gut einen Kilometer lang, bis zwanzig Meter tief und atemberaubend schön. Ein absolutes Naturspektakel wie das Wasser mit solch einer unglaublichen Kraft durch die teilweise enge Schlucht peitscht. Über mehrere kleine Wege kann man die große Soča-Tröge erkunden und für ganz mutige gibt es auch ein paar Stellen zum Baden, was bei den Temperaturen Ende September allerdings undenkbar war.




Lake Krn

Der Lake Krn (Krnsko Jezero) ist der größte Hochgebirgssee in Slowenien und liegt ebenfalls im Triglav Nationalpark. Der auf 1394 Meter Höhe gelegene See ist nur über eine Wanderung zu erreichen, die es echt in sich hat. Für den Aufstieg und die rund 900 Höhenmeter brauchten wir rund 2,5 Stunden. Ausgangspunkt der Wanderung ist die Hütte Dom dr. Klemanta Juga am Ende des Lepena-Tals. Dort kann kostenlos geparkt werden und der Wanderweg startet direkt rechts, hinter der Hütte.


Nachdem der steile Anstieg durch den Wald geschafft war, wurden wir mit wunderschönen Aussichten auf die Berge belohnt und am See angekommen waren wir wieder einmal überwältigt von der wunderschönen Natur dieses kleinen Landes. Ganz für uns alleine hatten wir das Fleckchen Erde und überhaupt begegneten uns auf der gesamten Strecke nur ein paar wenige Wanderer. Vom Seeufer aus hat man normalerweise direkten Blick auf den Gipfel des 2244 m hohen Krn, leider konnten wir diesen durch die Wolkendecke nur erahnen, trotzdem wunderschön. Dort oben war es übrigens bitterkalt und die einzige Hütte weit und breit zum Aufwärmen hatte bereits geschlossen. Deshalb mussten wir auf dem Rückweg ein bisschen Gas geben um warm zu werden. Unterwegs legten wir noch einen kurzen Stop am Duplje-See ein. Diesen fanden wir eher durch Zufall weil der Weg zum See etwas versteckt ist.



Vršičpass

Leider mussten wir uns eingestehen, dass es aufgrund der mittlerweile eisigen Temperaturen keinen Sinn machte das Land noch länger zu erkunden. Schweren Herzens entschieden wir uns, langsam die Heimreise anzutreten. Eigentlich sollte die Überquerung des Vršičpasses ein weiteres Highlight werden, allerdings stand der Nebel und die Wolken so tief, dass wir die tollen Aussichten nur erahnen konnten. In 50 Haarnadelkurven geht es über den imposanten Gebirgspass, einige Kurven bestehen teilweise sogar noch aus Kopfsteinpflaster. Der Vršičpass ist mit 1.611 Metern der höchste Pass Sloweniens und viele Wanderwege starten direkt auf der Passhöhe. Beim nächsten Mal dann...

Lake Jasna

Schneller als geplant landeten wir auf der anderen Seite des Passes am Jasna-See. Trotz Kälte und Nebel oder vieleicht gerade deshalb war dieser Ort einfach nur magisch. Der kristallklare See mit fantastischer Kulisse im Hintergrund, einfach nur wunderschön!



Zelenci

Nur wenige Minuten vom Lake Jasna entfernt befindet sich ein weiteres Naturjuwel, dass uns zum Staunen brachte. Das Naturreservat Zelenci besteht aus einer Moorlandschaft, die Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tierarten ist. Das Highlight dieses Reservats ist der wunderschöne Zelenci-See, der in spektakulären smaragdgrünen Farben schimmert. Die Kulisse mit dem Holzsteg, dem grünen See sowie den Bergen am Horizont ist ein Traum. Das Reservat erreicht man ganz bequem nach einem rund 10-minütigen Spaziergang vom Parkplatz aus, der direkt an der Hauptstraße liegt. Ein wirklich schöner Abschluss unseres Slowenien Roadtrips.




KOSTEN



Fazit

Slowenien hat uns beide komplett überrascht und in seinen Bann gezogen. Das Land ist aufgrund der überschaubaren Größe und der unfassbar schönen und weitläufigen Natur prädestiniert für einen Roadtrip mit dem Camper. Nachdem ein Großteil des Landes aus Nationalpark besteht, ist wild campen eher schwierig, allerdings gibt es so viele wunderschöne kleine Campingplätze, dass uns das meist gar nicht gestört hat. In der Nebensaison war entsprechend auch kaum mehr was los (lag aber vermutlich auch am schlechten Wetter) und es gab bereits off-season Preise. Mehr als einmal durften wir außerdem feststellen, wie gastfreundlich die Menschen dort sind. Wir werden definitiv nochmal wiederkommen, dann hoffentlich mit ganz viel Sonnenschein und wärmeren Temperaturen.




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