ELEKTRIK UND SOLAR

Das Thema Elektrik und Stromversorgung ist sehr heikel und Patrick verbrachte Nächte damit, YouTube Videos anzuschauen und einen Plan für unseren Van zu schmieden. Für ihn stand von Anfang an fest, er möchte alles selbst machen. Wir Campen am Liebsten Wild und meiden meist Campingplätze. Um diesen Luxus so oft wie möglich nutzen zu können, kamen wir nicht an einer Solaranlage vorbei. Auf einen externen Stromanschluss über Steckdose (z. B. für Campingplätze) haben wir vorerst bewusst verzichtet.

 

Wir entschieden uns für einen 12 Volt Kreislauf, da wir keine größeren "Verbraucher" im Van erwarten und dieser somit völlig ausreichend ist. Die Verbindung und Verkabelung der einzelnen Komponenten könnt ihr (grob) weiter unten aus unserem Stromplan entnehmen. Links zu den einzelnen Produkten sind außerdem auf der "Unser Van" Seite zu finden. Solltet ihr euch für Starkstrom oder auch einen klassischen 240 Volt Kreislauf entscheiden, raten wir euch für den Einbau professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir hoffen euch mit diesem Blog-Beitrag das Thema Elektrik, Strom und Solar etwas näher bringen zu können. 

1/1

STROM RICHTIG BERECHNEN

RECHNUNG

 

Leistung X (Watt)  / 12 V  =  X Ampere Zahl 

Stromverbrauch X/h pro Tag      

 Leistung X x X/h pro Tag = X Wh / Tag        

 X Ampere x X/h pro Tag = X Ah       

UNSER VERBRAUCH

Macbook Ladegerät     60 Watt / 12 V = 5 A

Smartphone Ladegerät       5 Watt / 12 V = 0,42 A

Kamera       5 Watt / 12 V = 0,42 A

Innenbeleuchtung       6 Watt / 12 V = 0,5 A

Kühlschrank     46 Watt / 12 V = 3,83 A

 

2

5

3

4

4

60 Watt x 2/h = 120 Wh

5 Watt x 5/h = 25 Wh

5 Watt x 3/h = 15 Wh

6 Watt x 4/h = 24 Wh

46 Watt x 4/h = 184 Wh

368 Wh / Tag

EINE KLEINE HILFE FINDET IHR HIER

5 Ampere x 2/h = 10 Ah

0,42 Ampere x 5/h = 2,083 Ah

0,42 Ampere x 3/h = 1,25 Ah

0,5 Ampere x 4/h = 2 Ah

3,83 Ampere x 4/h = 15,33 Ah

30,7 Ah 

SOLARMODUL

Nachdem die Watt- und Ampere-Stunden ausgerechnet sind, ist es ratsam einen Puffer von 15 - 20 % einzurechnen. Unser Stromverbrauch liegt inkl. Puffer demnach bei ca. 38 Ah oder 441 Wh pro Tag. Das sind in Summe keine großen Verbrauchswerte für einen Camper. Unser Kompressor Kühlschrank ist mit seinen 4 Stunden Laufzeit pro Tag der größte Stromfresser. 

Da der Durchschnittsertrag von einem 85 Watt Solarmodul beispielsweise bei ca. 340 Wh liegt und wir schon ein Sicherheitspuffer von 20 % in der oberen Rechnung eingerechnet haben, würde uns ein 150 Watt Modul ausreichen. Aus Kostengründen entschieden wir uns jedoch für die Variante mit 110 Watt. Das Produkt von Offgridtec* hat einen Maximalertrag von 440 Wh pro Tag, gemessen im Norden von Deutschland und bei voller Sonneneinstrahlung. Somit muss man bei durchschnittlichen Sonnenverhältnissen doch mit deutlichem Verlust rechnen. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate planen wir im Sommer 2020 für unser aktuelles 110 Watt System eine Verdoppelung auf 220 Watt. Besonders an sonnenschwachen Tagen möchten wir nicht auf den zusätzlichen ECO-Strom verzichten. Hier geht es direkt zum Offgridtec Solarmodul*.

DIE PASSENDE BATTERIE

Nachdem der Strombedarf berechnet war und wir uns für das passende Solarmodul entschieden hatten, mussten wir uns als nächstes Gedanken über die Batterie zu machen. Die reinkommende Energie muss ja auch irgendwo gespeichert werden.

 

Aus oben genannter Rechnung haben wir einen Energiebedarf inkl. Puffer von 38 Ah pro Tag. Bei drei geplanten, freistehenden Tagen ohne Lichtmaschine benötigen wir die Power von 114 Ah Speicherkapazität. Wie so oft in der Mathematik, handelt es sich wieder nur um eine Formel und in der Praxis sieht es etwas anders aus. Um der Batterie nicht zu schaden gilt generell, dass man sie nicht unter 60 % entladen soll. In unserem Fall haben wir eine 150 Ah AGM-Versorgerbatterie* verbaut. Somit sollte unsere Batterie nicht unter eine Spannung von ca. 90 Ah fallen. Daraus ergibt sich für uns eine frei nutzbare Batteriekapazität von 60 Ah pro Tag. Diese reicht uns für knapp zwei Tage ohne Fortbewegung und Sonnenlicht gerade so aus. Wie ihr merkt, sind das allerdings alles sehr theoretische Richtwerte.

LADEZYKLEN

Zyklenfestigkeit und Ladezyklus sind die wichtigsten Faktoren bzw. Entscheidungen beim Kauf einer Batterie. Die Hersteller geben die Zahl der Ladezyklen oftmals als Wert an.

 

Ein Ladezyklus könnte sein: 

- Eine Batterie wird zweimal zur Hälfte entladen und wieder voll geladen

- Eine Batterie wird zu 20 % entladen dann geladen, wieder zu 30 % entladen und geladen und zu 50 % entladen und wieder geladen

- Eine Batterie wird zu 100 % entladen und wieder voll geladen

Die Zyklenzahl beschreibt die Anzahl der unbeschadet überstandenen Ladezyklen. Eine Anzahl von 1000 Zyklen gibt an, dass der Akku nach 1000 Ladezyklen noch 80 % seiner Kapazität hat. Er funktioniert noch aber die Speicherkapazität wird immer schlechter. Bei einer Verbraucher-Batterie ist es nicht so wichtig, dass sie viele Zyklenzahlen erfüllt, da sie nicht so häufig wie die Boardbatterie entladen wird. Eine Boardbatterie sollte somit hohe Zykluswerte haben. 

BATTERIEARTEN

Nassbatterie

Diese Batterie Typen sollten maximal zur Hälfte entladen werden. Wenn sie weiter entladen werden, altert der Akku wesentlich schneller und geht viel früher kaputt. Der Vorteil dieser Batterieart sind die preiswerten Akkus. Nachteile hingegen sind die intensive Wartung, es könnte Säure auslaufen (somit immer in einem Behälter aufbewahren) und die Entladetiefe von 50 - 60 %.

Gel-Batterie

Gel-Batterien sind deutlich schwerer als Batterien mit Flüssig-Elektrolyt. Als Starterbatterie sollten sie nicht eingesetzt werden, da große Stromentnahmen nicht ideal für Gel-Batterien geeignet sind. Vorteile sind, dass die Batterien wartungsfrei sind, die einfache Bauweise, sie laufen nicht aus und es ist eine tiefe Entladung möglich. Die Nachteile zeigen sich darin, dass eine spezielle Ladetechnik notwendig ist und sie sehr schwer sind.

AGM-Batterie

Dieser Typ kann mit deutlich höheren Spannungen als die anderen Beiden geladen werden. Man benötigt dazu jedoch ein geeignetes Ladegerät, welches für AGM-Batterien ausgelegt ist. Ein Temperatursensor sollte Pflicht sein, da die Batterien allergisch gegen Hitze sind und beim Laden nun mal Hitze entsteht. AGM-Batterien sind die am häufigsten verbauten Batterien und vertragen auch lange Standzeiten mühelos. Die beiden Vorteile sind, dass sie zum Einen nicht so empfindlich bei der Tiefenentladung ist und die geringe Selbstentladung. Noch dazu sind die Batterien wartungsfrei. Der einzige Nachteil ist die spezielle Ladetechnik.

Lithium-Batterie

Mit dieser Technologie kommt ein neuer Hit und eine echte Alternative auf den Markt. Man kennt diese Batterien aus Smartphones oder anderen elektronischen Geräten mit kleinen und leichten Akkus. Die Batterien sind klein, leicht und wartungsfrei. Die Tiefenentladung stellt kein Problem dar und es sind sehr schnelle Ladezeiten möglich. Der einzige Nachteil ist der hohe Einstiegspreis, da die Technik noch sehr neu ist. In zwei bis drei Jahren schaut das sicher schon ganz anders aus.

BELEUCHTUNG

Da wir einen 12-Volt Kreislauf haben, blieb uns beim Thema Beleuchtung nicht wirklich viel Spielraum. Um Strom zu sparen, haben wir als einzige Lichtquelle zwei LED Lampen* im Küchenbereich eingebaut. Die Kabel wurden durch ein Wasser-Rohrsystem aus dem Baumarkt verlegt und die Lämpchen klebten wir mit Heißfolienkleber im Rohrsystem fest, sodass diese all unsere Roadtrips ohne Weiteres überstehen sollten. Von den beiden Leuchten führt ein 2,5 mm Kabel* zu einem on/off Schalter und von dort direkt zum Sicherungsschalter*. Eine einfache Art für etwas Licht zu sorgen. Ansonsten haben wir eine batteriebetriebene Lichterkette und jede Menge Kerzen, die am Abend für Licht sorgen.

1/1

UNSER STROMPLAN

POSTS

STUFF

BUY US A COFFEE

PARTNERSCHAFFT

  • Schwarz Instagram Icon
© Copyright 2020 - All Rights Reserved by endless_footsteps